ILS Nordoberpfalz und Amberg: Rettungsleitstellen planen gemeinsames Zentrum

Nordoberpfalz. Der Zweckverband der Rettungsleitstellen der Nordoberpfalz hat bereits sein "Okay" gegeben. Wenn nächste Woche auch Amberg zustimmt, ist es sicher: Die beiden Integrierten Leitstellen in Amberg und Weiden fusionieren. Ein neues großes ILS-Zentrum entsteht.

ILS Nordoberpfalz Notruf Leitstelle BRK Symbol
Die heiligen Hallen der Integrierten Leitstelle. Hier kommen alle Anrufe an. Und von hier werden alle Einsätze koordiniert

Notrufe von Etzelwang bis Eslarn, von Waldsassen bis Maxhütte-Haidhof laufen künftig über dieselbe Leitstelle. Das zumindest haben die Mitglieder des Zweckverbands Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) Nordoberpfalz einstimmig entschieden. „Das ist aber nur die Hälfte der Miete“, sagt der Geschäftsführer der Integrierten Leitstelle (ILS) Nordoberpfalz, Alfred Rast, auf Nachfrage von OberpfalzECHO. Denn der ZRF Amberg muss nächste Woche noch zustimmen. Doch die Signale stehen auf Grün.

ILS Weiden und Amberg schließen, Neubau geplant

Es ist geplant, dass alle Notrufe aus den vier Landkreisen Neustadt, Amberg-Sulzbach, Tirschenreuth und Schwandorf sowie den kreisfreien Städte Weiden und Amberg über ein Einsatzzentrum laufen. Das heißt auch: Die beiden Leitstellen in Amberg und Weiden werden schließen. Ein Neubau ist geplant. Der Standort müsse auf einer gemeinsamen Versammlung entschieden werden.

Weniger Personal, Notrufe lokal

Auch wird für die neue große Rettungsleitstelle weniger Personal benötigt. Gut für die Kosten, schlecht für die Angestellten. 7,5 Stellen in beiden Leitstellen zusammen sollen eingespart werden, erklärt Rast. Die zwei Leitstellen beschäftigten ingesamt etwa 100 Leute, der Großteil davon hauptamtlich. Doch das werde alles sozialverträglich geplant. Die Altersstruktur des Personals gebe her, dass keiner gekündigt werden müsse.

Der Leiter der ILS Nordoberpfalz, Jürgen Meyer, freut sich auf die neuen Pläne. Auch wenn das bedeutet, dass er so an seinem eigenen Stuhl sägt, denn seine Position werde es mit der Fusion so nicht mehr geben: „Ich habe das Thema von Anfang an favorisiert. Es geht darum, dass wir zukunftsfähige Arbeitsplätze schaffen und für die Menschen in der Region arbeiten. Die Menschen sollen ihre Notrufe lokal absetzen dürfen.“

Einzigartig in Bayern, bundesweit ein Trend

Ein Gutachten hat bereits erklärt, dass die Leitstellen dadurch 1,3 Millionen Euro einsparen könnten, „bei gleichbleibender Qualität“, betont Rast. Außerdem blieben die Leitstellen zukunftssicher, auch im digitalen Bereich. Alle Notrufe, auch per E-Call und App, liefen auf einem System zusammen. Auch das „ja“ das Innenministeriums ist notwendig, von dort habe es jedoch positive Signale gegeben.

Mit diesem Zusammenschluss starten die beiden ILS ein Pilotprojekt, einmalig in Bayern. Bundesweit jedoch, sagt Geschäftsführer Rast, sei das gar nicht so ungewöhnlich. Gebe es in Bayern noch 26 Leitstellen, seien es in Sachsen nur fünf. „Wir setzen also vielleicht einen Trend“, sagt der ILS-Geschäftsführer.

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