Jugendtraum erfüllt: Renate Pressler eröffnet ihr Kulturcafé

Kemnath. Ein eigenes Café, davon träumte Renate Pressler schon immer. Mit Unterstützung ihrer beiden Söhnen David und Daniel hat sie sich jetzt diesen Wunsch erfüllt.

Renate Pressler (links) hat sich mit dem Kulturcafé einen Traum erfüllt. Unterstützt wird sie dabei von ihrem Sohn David. Und auch Heimatentwicklerin Cornelia Müller (rechts) half mit Tipps und Ratschlägen. Foto: Theo Kurtz

Für manche bleiben Träume Träume. Renate Pressler (51) hat sich ihren jetzt erfüllt. In Kemnath eröffnet sie am 21. Januar ihr Kulturcafé. Kräftig unterstützt wird sie bei dem Vorhaben von ihren beiden Söhnen David (29) und Daniel (25). Die drei haben eine Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR) gegründet.

Druckerei wird Kulturcafé

Immer wieder hatte sie in der Vergangenheit auf der Suche nach einer passenden Immobilie die Augen und Ohren offen gehalten. Es war aber bislang nichts passendes dabei. Entweder zu teuer, zu abgelegen, oder es entsprach nicht den Vorstellungen. Dann 2020 der absolute Volltreffer. Die Druckerei Weyh – mitten in der Altstadt gelegen – wurde verkauft. Renate Pressler und ihre beiden Söhne griffen zu. Das dazugehörige Bürogebäude bauten die beiden Jungs für sich zu Wohnungen um, in die Druckerei zieht das Kulturcafé ein.

Der Bedarf ist da. „Es gibt, von Wirtshäusern einmal abgesehen, kaum Lokalitäten, wo Leute ab 30 aufwärts abends irgendwohin gehen können.“ Außerdem boomt Kemnath. Die reichste Kommune Bayerns zieht auch immer mehr Familien an. Und demnächst baut die Firma Markgraf ein großes Ausbildungszentrum in dem Städtchen. Das sind alles potenzielle Gäste für das neue Café, das „Alte Druckerei“ heißt.

Viel Eigenleistung erbracht

Eineinhalb Jahre wurde mit viel Eigenleistung und der Unterstützung von Freunden an dem Projekt gearbeitet. So haben sich kurz vor der Eröffnung die Mitglieder der Mutter-Kind-Gruppe, deren Leiterin Pressler ist, zum finalen Putzeinsatz angemeldet. Bei dem Konzept ließ sich das Trio auch von den gesammelten Endrücken aus Berlin leiten. David verbrachte nach seiner Ausbildung einige Zeit in der Spreemetropole. Seine Mutter besuchte ihn ab und an. „Dann unternahmen wir Streifzüge durch die Kneipenszene“, erzählt die 51-Jährige mit einem Lächeln.

Eindrücke in Berlin gesammelt

Bunt soll das Kulturcafé werden, nicht nur was die Farbgebung anbelangt. Auch bei der Einrichtung setzt man auf einen Stilmix aus Moderne und Retro-Look. Bunt gemischt soll das Publikum sein, von jung bis alt. Jetzt schon hat sie eine Anfrage nach einem Tanznachmittag für die etwas reifere Generation erreicht. „Vielleicht, ein- oder zweimal im Monat, schauen wir einfach mal.“ Sie hält sich alle Optionen offen.

Plattform für Musiker aus der Region

Das Kulturcafé mit seinen 100 Quadratmetern soll Begegnungsstätte und Veranstaltungsort gleichermaßen sein. Ausstellungen soll es geben, Lesungen sollen stattfinden und Musiker aus der Region will man in der Poststraße 2 eine Plattform geben. So etwas wie ein Programm gibt es noch nicht. Halt! Eine Band hätte im Februar auftreten sollen. Deren Mitglieder mussten aber, aus beruflichen Gründen ihr Gastspiel auf März verschieben.

Einiges vom Charme der Druckerei behält man bei. Die Betondecke etwa und den Betonfußboden. Und hinter der Theke, die aus alten Dachbodendielen des ehemaligen Bürogebäudes zusammengeschraubt wurde, kommt noch die alte Ziegelhauswand zum Vorschein.

Von Donnerstag bis Sonntag geöffnet

Von Donnerstag bis Sonntag ist ab 17 Uhr geöffnet. Die Aufgaben hat sich das Trio aufgeteilt. Renate Pressler, die bislang in der Küche eines Kemnather Restaurants stand, wird die Gäste mit Snacks versorgen. Sohn David wird im Service mit anpacken. Er hat dafür die Stundenzahl in seinem Hauptjob bei einem Garten- und Landschaftsbauer deutlich reduziert. Daniel wird sich hauptsächlich um die Organisation der Veranstaltungen kümmern.

Renate Pressler ist auch Heimatunternehmerin

Renate Pressler ist aber nicht nur Gastronomin, sie jetzt auch in die Riege der Heimatunternehmer aufgenommen worden. Die Expertise dieses Netzwerks hat sie schon gut für ihr Café-Projekt brauchen können. Heimatentwicklerin Cornelia Müller etwa hat ihr immer wieder dabei geholfen, die richtigen Ansprechpartner zu finden, Veit Reisberger aus Vohenstrauß konnte wertvolle Gastro-Tipps beisteuern und den Kaffee liefert die Kaffeedruckerei aus Tirschenreuth. Übrigens auch ein Heimatunternehmen.

HeimatUnternehmen ist ein Netzwerk …

… das Menschen bei ihren Herzensprojekten begleitet und unterstützt. Ein Netzwerk, bei dem Ideen auf unternehmerischen Sinn treffen. Ideen, die bewegen, verändern und neue Beziehungen knüpfen – kurz gesagt: #DOUGAIDWOS.

Die durch das Amt für Ländliche Entwicklung geförderte Initiative unterstützt Unternehmerinnen und Unternehmer, die mit Herz, Verstand und Heimatverbundenheit aktiv Mehrwerte für die Region schaffen wollen. Mehr dazu findet ihr auf www.heimatunternehmen.bayern.

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