Junge Designer kommen aus der Großstadt zurück nach Weiden

Weiden. Das Designerpaar Emmy Galle und Bruno Winter ist aus München nach Weiden gezogen. Ihrer Kreativität tut das keinen Abbruch. "Beruflich und privat bereuen wir das gar nicht. Wir rennen hier offene Türen ein", sagt Emmy Galle.

Bruno Winter und Emmy Galle in ihrem Designbüro in der Weidener Innenstadt, vorne das Bambus-Kinderfahrrad. Bild: Beate Luber
Bruno Winter und Emmy Galle in ihrem Designbüro in der Weidener Innenstadt, vorne das Bambus-Kinderfahrrad. Bild: Beate Luber
Im Büro. Bild: Beate Luber
Im Büro. Bild: Beate Luber
Emmy Galle mit selbst designtem nachhaltigen Besteck. Bild: Beate Luber
Emmy Galle mit selbst designtem nachhaltigen Besteck. Bild: Beate Luber
Bild: Beate Luber
Bild: Beate Luber
Bild: Beate Luber
Bild: Beate Luber
Das von Emmy Galle und Bruno Winter konzipierte
Das von Emmy Galle und Bruno Winter konzipierte „Infralab“ in Berlin. Bild: Tubadesign
Papierspielzeug
Papierspielzeug „Pepastar“ von Tubadesign. Bild: Markus Tragesser
Von den beiden Designern konzipierte Spielhäuser für eine Kita. Bild: Dusyma
Von den beiden Designern konzipierte Spielhäuser für eine Kita. Bild: Dusyma
Das Laufrad
Das Laufrad „Skyrunner“ von Tubadesign. Bild: Fransi Freiwald

„Auch kulturell ist hier viel los, in jedem kleinen Ort gibt es etwas zu sehen. Die ländliche Region ist umtriebig“, sagt die gebürtige Weidenerin, die ihren Partner Bruno Winter aus Bayreuth beim Produktdesign-Studium in Kassel kennenlernte. Die Hauptkunden ihres Unternehmens „Tubadesign“ sind über ganz Deutschland verteilt. Doch vieles läuft seit Corona online.

„Man ist hier sehr willkommen“

Ihre beiden Kinder, 11 und 7 Jahre, haben sich schnell an das Kleinstadtleben gewöhnt. „Die Vereine sind hier viel offener, man ist hier sehr willkommen, wobei in München alles überfüllt ist.“ Auch das Geld spielte eine Rolle. „Alle unsere Münchner Freunde mit Kindern wohnen früher oder später entweder in Genossenschaften oder im Eigenheim. Anders ist das finanziell nicht mehr möglich.“ In Weiden dagegen sei die Miete für Haus und Büro, beides in Innenstadtlage, bezahlbar.

Nachhaltig von Anfang bis Ende

Die beiden Designer, die privat und beruflich ein Paar sind, fokussieren sich seit ihrer Unternehmensgründung 2010 auf Nachhaltigkeit. Das hieße nicht nur, möglichst wiederverwendbare Rohstoffe zu verwenden, sondern auch Produkte so zu konzipieren, dass sie gut recycelt werden können. „Das Gegenteil davon sind etwa Drucker oder Handys, die ich nie wieder in ihre ursprünglichen Bestandteile zerlegen kann, um sie zu reparieren oder wiederzuverwenden“, erklärt Bruno Winter.

„Bambus ist schwer zu toppen“

Er holt das Laufrad „Skyrunner“, das er für ein Schweizer Unternehmen konzipiert hat. „Das erste Kinderfahrrad, das aus Bambus gebaut wurde, und mit 2,9 Kilo das leichteste, das jemals auf dem Markt war.“ Bambus sei sein Lieblingswerkstoff. „Der ist schwer zu toppen, macht ausgedörrte Böden wieder fit, man braucht kein großes Startkapital zum Anbau, er wächst schnell und seine Eigenschaften werden mit Stahl verglichen.“

Produkte für Kinder

Tubadesign konzipiert viel Spielzeug, aber auch die Inneneinrichtung von Kitas und Kindergärten. „Wir wachsen da mit unseren Kindern mit“, sagt Galle. Gerade kooperieren sie mit einer lokalen Einrichtung, dem Kunstbau in Weiden, für ein Projekt im öffentlichen Raum, bei dem sie Möbel mit den Kids gestalten.

Weniger los im öffentlichen Raum

Eins vermisst die Familie an München dann doch. „Was mir abgeht, ist das großstädtische Flair. In der Großstadt sind öffentliche Plätze viel belebter.“ Das liege auch daran, dass die Menschen in den Großstädten weniger Platz in ihren eigenen Heimen haben – auch wieder ein Vorteil der Kleinstadt.

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