Klassenzimmer mit dem Bauernhof vertauscht

Weiherhammer. Im Rahmen eines erlebnisreichen Lernprogramms für allgemeinbildende Schulen erfahren Schülerinnen und Schüler, wie Landwirtschaft funktioniert.

Schulleiter Günther Paul (2. v. r.) begrüßt in seiner Aula (v. l.) 2. Bürgermeister Julian Kraus, Christiana Enslein und Elisabeth Huber (Amt für Landwirtschaft und Ernährung), Klassenlehrerin Kathrin Frisch, Kati Ziegler vom Erlebnisbauernhof Rupprechtsreuth und Kreisbäuerin (Tirschenreuth) Irmgard Zintl. Foto: Gerhard Müller

Das Bayrische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten bietet in enger Zusammenarbeit mit dem Bayrischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus das besondere Programm „Erlebnis Bauernhof“ an.

In diesem in Bayern nur fünfmal aufgelegtem Pilotprojekt sollen Schülerinnen und Schüler vor allem in der Praxis erfahren können, wie unsere Landwirtschaft funktioniert und unsere Lebensmittel erzeugt werden. Bei diesem aktiven Lernen wachsen die Kinder nicht nur über sich selbst hinaus, es wird auch die Wertschätzung für Lebensmittel und das Verständnis für Umwelt und Natur gefördert.

Mittelschule Weiherhammer mit 5. Klasse am Start

Klassenleiterin Kathrin Frisch hat für dieses Projekt ihre Fünftklässler mobilisiert. Bereits im April fanden sich die Kids zum Unterricht auf dem Erlebnisbauernhof Zieglerhof in Rupprechtsreuth ein. Das gesunde Frühstück, das die Schüler von der Chefin des Hofes Kati Ziegler serviert bekamen, hob die Motivation für die weitere Mitarbeit ungemein.

Schnell kristallisierte sich dann auch das Thema heraus, das die Kinder vorrangig erforschen. Die auf dem Hof produzierte Milch sollte dabei im Mittelpunkt der Recherchen und Berichterstattung der Schüler stehen.

Wie wird denn nun das Gras zur Milch? Die Schüler konnten den Vorgang präzise beantworten (links Kati Ziegler vom Erlebnisbauernhof Rupprechtsreuth). Foto: Gerhard Müller

Transparente Veranschaulichung vier landwirtschaftlicher Bereiche

Einmal wöchentlich erarbeitete die 5. Klasse mit ihrer Lehrerin Kathrin Frisch und Erlebnisbäuerin Kati Ziegler Ergebnisse zu vier Themenbereichen. Im ersten wird der Landwirt als Person genauer betrachtet. Der Beruf wird beschrieben, die Ausbildungsinhalte erläutert und der Tagesablauf veranschaulicht.

Der zweite Teil zeigt die Verdauung der Kuh auf: „Wie wird das Gras zur Milch“. Im dritten Abschnitt dokumentieren die Schüler die Inhaltsstoffe wir Zucker, Fett, Kalzium oder Eiweiß und Teil vier beinhaltet einen Ausschnitt, wie vielfältig die gewonnenen Milchprodukte sein können.

Fast wie im professionellen Labor: Was ist denn alles in der Milch drin? Foto: Gerhard Müller

Aufwendige und attraktive Vorstellung der Projektarbeit

Sehr viel Mühe haben sich alle Beteiligten bei der Darstellung der gesamten Projektarbeit gegeben. Dazu wurden in der Schulaula zu den einzelnen Themenbereichen Stände aufgebaut, an denen von den Schülern sehr professionell die Ergebnisse ihrer Arbeiten erklärt wurden. Die Erläuterungen zu den chemischen Nachweisen der Inhaltsstoffe von Milch wie Eiweiß, Milchfett oder Zucker hatten fast hochwissenschaftlichen Charakter. Ebenso die exakte biologische Beschreibung des Ablaufs der Milchproduktion, die mit dem Gras fressen der Kuh beginnt, den Weg über Verdauung nimmt und mit dem Melken endet.

Die Erklärungen zur Ausbildung, Voraussetzungen und zum Tagesablauf eines Landwirts schafften bei den Zuhörern der referierenden Schüler viel Transparenz und Verständnis für noch nicht gekannte Anforderungen für das Berufsbild Landwirt. Dass Milch nicht nur als weiße Flüssigkeit getrunken werden kann, wurde aufwendig veranschaulicht in den Möglichkeiten der Weiterverarbeitung zu Käse, Milchshakes und weiteren Milchprodukten. Auch auf dem Beauty-Sektor gibt es für Gesichts- oder Hautpflege immer mehr Einsatzmöglichkeiten von Milcherzeugnissen.

Stellvertretende Schulleiterin Katharina Achtert und Peter Nicklas genießen eine Kosmetikanwendung mit Milchprodukten. Foto: Gerhard Müller

Pädagogisches Ziel der Schule erreicht

Ein Projektziel der Schule kann in jedem Fall als erreicht bezeichnet werden. Die Recherchen der Schüler und Schülerinnen, die Aufbereitung und Darstellung der Ergebnisse und vor allem die Weitergabe des erlernten Wissens an ihre gleichaltrigen Mitschüler mit ihren anwesenden Lehrkräften waren sehr lehrreich und inhaltsvoll. Die sehr interessant gestalteten Vorführungen ließen die umfangreiche Vorbereitungsarbeit erahnen, machen aber gleichzeitig schon neugierig auf die nächsten derartig interessanten Veranstaltungen.

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