Konzertkritik: Mondbeglänzte Zaubernacht im Stadttheater Amberg

Amberg. Zusammen mit dem Instrumentalensemble „arton“ präsentierte die Amberger Chorgemeinschaft unter Leitung von Dieter Müller einen Konzertabend mit Chor- und Orchesterwerken der Romantik.

Die Amberger Chorgemeinschaft unter Leitung von Dieter Müller begleitet vom Instrumentalensemble „arton“ im Amberger Stadttheater. Bild: Frank Ebel

Eher selten lässt sich unser Erdtrabant in den zumeist bewölkten Winternächten dieser Tage sehen – umso schöner, wenn er uns in einem lyrisch-musikalischen Abend von der Amberger Chorgemeinschaft im Stadttheater präsentiert wird.

Zusammen mit dem Instrumentalensemble „arton“ präsentierte der Chor unter der langjährigen Leitung von Dieter Müller einen kurzweiligen Konzertabend mit Chor- und Orchesterwerken der Romantik. „Mondbeglänzte Zaubernacht“ war der Titel des Programms – nach einem Gedicht von Ludwig Tieck – das Müller selbst „in Töne gesetzt hat“, wie man wohl in der Zeit der Romantik im 19. Jahrhundert gesagt hätte.

Werke des Amberger Komponisten

Doch nicht nur dieses – weitere Werke aus der Feder des Amberger Dirigenten und Komponisten folgten: Zwei weitere Chorlieder auf Texte von Willy Mitterhuber und mit „Pictures from the Past“ eine Suite von Orchesterwerken, die in moderner Instrumentierung mit Schlagwerk und Piano-Klängen an die beliebten Orchesterfassungen von Rock- und Poptiteln der 1970-er Jahre erinnern.

Dabei sind sie aber eine Synthese aus den genannten zeitgemäßen populären sowie folkloristischen Elementen – hier vor allem in der südamerikanischen und osteuropäischen Rhythmik – und strengeren Formen und Strukturen unseres klassischen Erbes suchen.

Chorwerke von Schumann und Mendelssohn

Daneben stellte Dieter Müller von ihm eigens instrumentierte Chorwerke von Schumann und Mendelssohn, die in der guten Akustik des Stadttheaters hervorragend zur Geltung kamen. Das 15-köpfige Instrumentalensemble fand im Orchestergraben Platz, wodurch die Sängerinnen und Sänger mühelos darüber hinwegsingen konnten.

Der homogen und musikalisch nuanciert agierende Chor – wunderschön die leichten und intonationssicheren Sopranstimmen – wurde unterstützt vom vierköpfigen Vokalensemble „Freund & friends“ mit Susanne Geb (Sopran), Christine Mittermaier (Alt), Christoph Kessner (Tenor) und Tobias B. Freund (Bass).

Gedichte am Biedermeier-Sofa

Zwischen den Musiktiteln las Amelie Hochberg, Schülerin der Sulzbacher Berufsfachschule für Musik, von einem prominent platzierten Biedermeier-Sofa – wie früher einmal Loriot – Gedichte von Heine, Mitterhuber und Meerbaum-Eisinger.

Ein rundum harmonischer Chor- und Konzertabend in unserer gerade so kulturarmen Zeit. Dank an die Amberger Chorgemeinschaft und die Musikerinnen und Musiker um Dieter Müller, die sich das trauten.

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