OTH Amberg-Weiden
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Mit Schwammerl ist es derzeit schwierig. Pilzexperte warnt vor großen Erwartungen

Nordoberpfalz. Eigentlich sollte es jetzt Schwammerl geben. Pilzexperte Norbert Griesbacher ist ernüchtert: 2025 wird ein schwieriges Schwammerljahr.

Mit Schwammerl ist es derzeit schwierig. Pilzexperte warnt vor großen Erwartungen

Schwammerl
Ein Bild aus besseren Tagen: Während es im Herbst 2024 prächtige Schwammerl gab, herrscht in der Schwammerlsaison 2025 weitgehend Flaute. Eine “fette Henne” wird wohl heuer ein Wunschtraum bleiben. Foto: Martin Stangl

Schwammerl zu suchen und vor allem zu finden, ist momentan echt kein Vergnügen: Es herrscht absolute Flaute an der Schwammerlfront. OberpfalzEcho hat den Weidener Pilzexperten Norbert Griesbacher befragt, ob es tatsächlich kaum Schwammerl gibt oder ob die Schwammerljäger nur noch nicht in Form sind.

Schwammerl 2025: Ein extrem schwieriges Pilzjahr

Schwammerlexperte und Buchautor Norbert Griesbacher bestätigt den Eindruck vieler Pilzsucher: “Derzeit ist vollkommene Flaute, was Schwammerl im Wald angeht! Eigentlich müssten seit einiger Zeit die Pilze aus dem Boden schießen. Doch der trockene Frühsommer hat einen immensen Schaden bei den heimischen Schwammerln angerichtet. Das war einerseits die Sonne, die den Waldboden immens austrocknete, andererseits tat der permanente Wind ein Übriges!”

Der subjektiv als sehr nass empfundene Juli konnte laut Griesbacher die massiv geschädigten “Wurzeln” der Schwammerl nicht retten: “Der eigentliche Pilz befindet sich im Waldboden und wird als Mycel bezeichnet. Die weit verzweigten Myzelien sind heuer durch die Trockenheit extrem geschädigt! Was wir als essbaren Schwammerl sehen, ist nur der Fruchtkörper.”

Der Pilzexperte vergleicht die Ursache derzeitige Flaute mit einer Regenerationsphase, die Menschen nach einer schweren Operation brauchen: “Da brauchen wir jedenfalls Geduld, weil ein paar Regenschauer das nicht so schnell in Ordnung bringen können!”.

Momentan ganz wenige Schwammerl

“Ich bin mindestens dreimal in der Woche am Fischerberg und suche meine Schwammerlplätze auf. So wenig Ausbeute wie heuer habe ich noch nie gehabt.” Lediglich einige wenige Speisetäublinge gelangten bisher in den Korb des erfahrenen Pilzsachverständigen: “Röhrlinge hab ich so gut wie gar nicht gefunden.”

Hoffnung für Schwammerl in Sicht?

Laut Griesbacher wären jetzt die herbstlichen Bodennebel wichtig: “Hohe Luftfeuchtigkeit am besten in Form von Bodennebel ist essenziell für das Pilzwachstum. Das habe ich aber leider erst ein Mal in diesem Herbst erlebt. Es wäre für die Rettung der Schwammerlsaison 2025 unglaublich wichtig.”

Momentan sieht es aber für den ehrenamtlichen Pilzberater der Stadt Weiden nach einem tendenziell extrem ruhigen Herbst aus. Wer trotzdem Rat sucht, der kann jederzeit über die Homepage der Stadt Weiden einen Beratungstermin Spezialisten anfragen.

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Norbert Griesbacher – Sachverständiger und Buchautor

Norbert Griesbacher wurde am 03.12.1940 in Regensburg geboren und wuchs in einfachsten Verhältnissen auf. Im Jahr 1979 legte er in der Schwarzwälder Pilzlehrschau nach einwöchiger Vorbereitung die Prüfung zum Pilzsachverständigen der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM) ab. Der Oberbürgermeister der Stadt Weiden berief ihn im selben Jahr zum ehrenamtlichen Pilzberater der Stadt. Griesbacher übt seither diese ehrenamtliche Tätigkeit ohne jegliche Aufwandsentschädigung aus. Er steht kostenlos und ganzjährig Ratsuchenden bei allen mit Wildpilzen zusammenhängenden Fragen zur Verfügung. (Quelle: Battenberg Verlag)

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Überarbeitete und erweiterte 4. Auflage, empfohlen von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM)!