Gesundheit

OP-Roboter im Einsatz: Innovative Therapieansätze für Krebspatienten

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Weiden. Durch die Einführung des OP-Roboters "da Vinci Xi" hat das Angebot an operativen Behandlungsmöglichkeiten deutlich zugenommen.

Foto: Kliniken Nordoberpfalz AG, Michael Reindl.

Pandemiebedingt konnte das zehnjährige Bestehen der Erstzertifizierung des Darmzentrums am Klinikum Weiden erst jetzt gefeiert werden. Mit einigen Monaten Verspätung ließ man jetzt aber die Meilensteine der vergangenen Jahre Revue passieren und stellte auch aktuelle Entwicklungen in der Behandlung von Krebserkrankungen aller Organe im Bauch- und Brustraum vor.

Optimale Behandlungsmöglichkeiten

Und dabei wurde erneut deutlich, dass am Klinikum Weiden optimale Behandlungsmöglichkeiten für onkologische Patienten bestehen. Prof. Dr. Karl-Heinz Dietl, Leiter des Viszeral-Onkologischen Zentrums am Klinikum Weiden und Chefarzt der Allgemein-, Thorax- und Viszeralchirurgie, erläuterte dabei unter anderem die Vorteile des OP-Robotik-Systems da Vinci für die Patienten.

Das System kombiniert die Vorteile der offenen Chirurgie mit denen der minimal-invasiven. „Das bedeutet, dass Operationen noch genauer durchgeführt werden können und Patienten sich dadurch schneller erholen.

Höheres Niveau als es bei einigen Universitätskliniken ist

"Mit dem da Vinci und den bereits vorhandenen Möglichkeiten mit dem Hybrid-OP und dem integrierten OP-Saal bewegen wir uns am Klinikum Weiden teilweise auf einem höheren Niveau als manche Universitätskliniken“, so Oberarzt Dr. Martin Sonnek.

Auch die radikale Lymphknotenentfernung wurde im Detail vorgestellt. Lymphknoten dienen in erster Linie der Infektabwehr und können so Krankheitserreger abfangen, bevor diese in den Blutkreislauf gelangen. Gelangen bei einer Tumorerkrankung Tumorzellen in ein Lymphgefäß, werden sie in die Lymphknoten transportiert und können sich dort als Metastasen ansiedeln.

„Werden sie nicht radikal entfernt, können sich die Tumorzellen dadurch weiter ausbreiten und Metastasen in verschiedenen Organen verursachen“, erklärte Prof. Dr. Karl-Heinz Dietl, Chefarzt der Allgemein-, Thorax- und Viszeralchirurgie.

Innovative Therapieansätze

Dr. Martina Troppmann, Oberärztin der Medizinischen Klinik I und stellvertretende Leiterin des Onkologischen Zentrums Nordoberpfalz, stellte in ihrem Vortrag neue Entwicklungen in der Therapie des Rektumkarzinoms, also bösartigen Krebserkrankungen des Mastdarms vor und ging dabei auch auf innovative Ansätze ein.

„Diese werden am Klinikum Weiden bereits umgesetzt. Zudem wurde eine interdisziplinäre Sprechstunde für Patienten mit Rektumkarzinom etabliert.

Und die Teilnahme an deutschlandweiten Studien beweist, dass Menschen mit onkologischen Erkrankungen am Klinikum Weiden qualitativ hochwertig, innovativ und effizient behandelt werden“, betonte Dr. Martina Troppmann.

Hintergrundinformation zu "da Vinci Xi"

Der da Vinci Xi ist ein OP-Robotik-System am Klinikum Weiden. Die roboterassistierte Chirurgie ist zwar noch lange nicht in allen Bereichen Standard, nimmt aber kontinuierlich im Hinblick auf Qualitätsmerkmale moderner OP-Zentren an Bedeutung zu.

Das Klinikum Weiden hat dieser Entwicklung frühzeitig Rechnung getragen und mit der Einführung der OP-Robotik das Angebot an operativen Behandlungsmöglichkeiten deutlich erweitert.

Präzisere Eingriffe

Für die Patienten bedeutet das: Noch präzisere Eingriffe mit weniger Blutverlust und häufig auch weniger Schmerzen. Das OP-Roboter-System „da Vinci Xi“ setzt sich aus drei Hauptkomponenten zusammen:

  • einem Stativ mit vier Armen und integrierter hochauflösender 3-D-Kamera, an denen die benötigten Instrumente befestigt werden können,
  • einem Videoturm zur Verarbeitung der Bildinformationen und einer Kontrollkonsole, über die der Operateur die Instrumente und Arme höchstpräzise steuern kann.
  • Auch der OP-Tisch ist beweglich und reagiert synchron mit den Armen auf die Weise, wie es während einer Operation benötigt wird.

Und auch wenn es OP-Roboter heißt: Es steuert noch immer ein Mensch.

Klarer Mehrwert für Patient und Operateur

Doch das System entlastet den Operateur enorm und bietet das bestmögliche Ergebnis, was einen klaren Mehrwert sowohl für Patienten als auch für Operateur darstellt. Das System muss dabei als verlängerter Arm des Arztes verstanden werden.

Durch eine zehnfache Vergrößerung und eine 3-D-Ansicht an der Kontrollkonsole hat der Operateur dabei genau das im Blick, was nötig ist, um Schnitte zu setzen oder Nähte anzubringen – nur eben präziser und genauer als es mit anderen OP-Methoden möglich wäre.

Zudem sind die Bewegungen der Instrumente in allen drei Achsen möglich, so dass beispielsweise auch „um ein Organ herum“ operiert werden kann. Bei einem minimal-invasivem Eingriff ist dies aufgrund der starren Instrumente nicht in diesem Maße möglich.

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