Polit-Reaktionen nach dem „Denkwelt“-Aus: Zwischen Bedauern und Kopf-Schütteln

Weiden. Der von Christian Engel verkündete Rückzug von dem Großprojekt "Denkwelt Halmesricht", stößt bei den im Stadtrat vertretenen Parteien nicht nur auf großes Bedauern, sondern auch auf Unverständnis.

Per Mail hatte Christian Engel, Geschäftsführer der BHS Corrugated, seinen Rückzug vom Projekt „Denkwelt Halmesricht“ verkündet, Bild: Jürgen Herda

Für die Sozialdemokraten kommt der Rückzug zu einem fragwürdigen Zeitpunkt. „Noch im Mai hat Herr Engel in einem persönlichen Gespräch mit den Fraktionsvorsitzenden von CSU und SPD und Oberbürgermeister Jens Meyer versichert, die Denkwelt am Standort Halmesricht realisieren zu wollen“, heißt es in einer Stellungnahme der SPD-Fraktion. Man habe sich damals auch auf das weitere Vorgehen verständigt.

SPD: Rückzug nicht nachvollziehbar

Oberbürgermeister und der Stadtrat hätten danach die notwendigen Beschlüsse herbeigeführt. Noch vor der Sommerpause wurde der Aufstellungsbeschluss gefasst und eine finanzielle Beteiligung der Stadt an den Planungen beschlossen. Damit sei der Weg für den Beginn der Denkwelt frei gewesen, heißt es in der Stellungnahme weiter. „Die Arbeit der letzten Monate war also umsonst. Die Gründe für den Rückzug sind nicht nachvollziehbar.“

CSU: Großes Bedauern und Entsetzen

Auch bei der CSU hat man „mit großem Bedauern und Entsetzen“ den Rückzug zur Kenntnis genommen. „Die Denkwelt hätte Weiden mit der Kombination von Zukunftstechnologien, Wissenschaft und innovative Gebäude zu einem Magneten für Unternehmen aus ganz Europa gemacht“, zeigt sich Fraktionsvorsitzender Dr. Benjamin Zeitler enttäuscht.

Besonders schmerzlich sei das Aus für die Christ-Sozialen, weil man alles versucht habe, das Projekt, das bereits im Jahr 2008 angestoßen worden war, noch zu retten. Zeitler dankt Engel für die aufgebrachte Zeit und das investierte Geld. „Er wollte mit seiner Denkwelt-Vision dem Oberzentrum Weiden Flügel geben.“

Grüne sehen sich in ihrer Skepsis bestätigt

Die Grünen im Weidener Stadtrat sehen sich durch den Rückzug per Mail in ihrer grundsätzlichen Skepsis bestätigt. „Wir haben am 27. Juni gegen den Aufstellungsbeschluss eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans gestimmt, da wir den ernsthaften Willen des Vorhabensträgers nicht erkennen konnten und erhebliche, nicht kalkulierbare Aufwendungen auf die Stadt zukommen sahen“, betonen sie in einer Stellungnahme.

Für nicht gerechtfertigt hält man bei den Grünen, dass jetzt, trotz jahrelanger wohlwollender Unterstützung, der „Schwarze Peter“ an die Stadt und die Verwaltung geschoben werden soll.

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