Neue Apothekerausbildung im Landkreis Neustadt

Neustadt/WN. Mit dem Ziel Apothekenpersonal für die eigene Region auszubilden, strebt die Europa-Berufsschule Weiden die Einrichtung einer eigenen PTA-Schule (pharmazeutisch-technische Assistenten) im Landkreis Neustadt/WN an. Noch befindet sich das Projekt in der Ideenphase. Als erster Schritt soll ein möglicher Standort gefunden werden.

Von Daniel Meinl

Bei der Bürgermeisterdienstversammlung am Mittwoch, schlug Oberstudiendirektor der Europa-Berufsschule Josef Weilhammer die Einrichtung einer Berufsfachschule für pharmazeutisch-technische Assistenten für den Landkreis Neustadt/WN vor. Dies mache vor allem Sinn, weil die Oberpfalz in Hinsicht auf diese Schulen, bis auf die Schule in Regensburg, ein weißer Fleck auf der bayerischen Karte ist.

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Oberstudiendirektor Josef Weilhammer glaubt, eine PTA-Schule im Landkreis würde Sinn machen.

Bisher müssen die Interessenten zur Ausbildung nach Kulmbach, Regensburg oder Passau umziehen. Einen solchen Umzug, in Kombination mit den hohen Ausbildungskosten, findet Josef Weilhammer für die Eltern interessierter Kinder einfach zu teuer. Lohnen würde sich eine Schule in jedem Fall, glaubt er. Allein in der Jobbörse der Arbeitsagentur (es gibt noch eine weitere Stellenbörse speziell für Apotheken) suchen im Umkreis von 100 Kilometern 41 Apotheken entsprechendes Personal.

Angedacht sind für die Schule, dass erstmal zwei Klassen betreut werden soll – eine für jedes Jahr der zweijährigen Ausbildung. Dafür würde man auch nur jeweils zwei hauptberufliche und zwei nebenberufliche Lehrkräfte benötigen, für die man im Jahr mit rund 260.000 Euro an Kosten rechnen müsste. Diese Kosten würden zur Hälfte bezuschusst werden. Weitere Finanzierungsmöglichkeiten wären, neben Kommune und Landkreis, beispielsweise Stipendien der Apotheken, Praktika bei diesen zu absolvieren oder natürlich das normale Schulgeld.

Die Gemeinden im Landkreis wollen sich nun in den nächsten Wochen überlegen, ob eine PTA-Schule in ihrem Ort möglich wäre. Neben der passenden Infrastruktur, gilt es nur ein passendes Immobilienobjekt zu finden. Hier kämen für das chemische und das medizinische Labor nochmals Ausstattungsaufwendungen in Höhe von 150.000, beziehungsweise 250.000 Euro dazu. Es wäre aber sicherlich auch möglich, Fördermöglichkeiten für das Projekt zu erhalten.

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