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Regieren im Corona-Hotspot: Landrat Grillmeier gewährt Einblicke

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Tirschenreuth. Wie läuft eigentlich das "Regieren im Corona-Hotspot"? Landrat Roland Grillmeier schildert das beim Online-Krisenkommunikationsgipfel.

Auch Landrat Roland Grillmeier nimmt digital am Krisenkommunikationsgipfels 2021 teil. Unterschiedliche Institutionen haben sich zum Thema Corona ausgetauscht. Bild: Landkreis Tirschenreuth.

14 namhafte Referenten und Referentinnen aus Wirtschaftsunternehmen, öffentlichen Einrichtungen, Verbänden, Medien und der Politik haben bei einem Online-Kongress spannende Einblicke in ihr Krisenmanagement und ihre Krisenkommunikation gewährt. Auch Landrat Roland Grillmeier hat vom "Regieren im Corona-Hotspot" berichtet. Wie haben die Gemeinde Mitterteich und der Landkreis Tirschenreuth die behördliche Krisenkommunikation koordiniert? 

Das Treffen war eine Einladung des Krisennavigator-Instituts für Krisenforschung, ein Spin-Off der Universität Kiel. Fachleute erklärten aus erster Hand, wie sie die Glaubwürdigkeit und Integrität ihrer Institutionen in unsicheren Zeiten gestärkt haben. Ziel war zu zeigen, wie es Pressesprechern und Krisenbeauftragten gelingt, Extremrisiken und andere Herausforderungen im Unternehmens- und Behördenalltag erfolgreich zu kommunizieren und professionell zu bewältigen.

Personal deutlich aufgestockt 

Wie war das eigentlich mit dem Starkbierfest in Mitterteich und mit dem Landkreis Tirschenreuth, der gleich zu Beginn der Pandemie in den Fokus der bundesweiten Medien rückte? Welche Maßnahmen und Anstrengungen wurden gleich unternommen, um das Virus einzudämmen? Welche Probleme traten auf, welche Personen waren beteiligt und wie sieht die Lage mittlerweile aus?

Über all diese Themen hat Landrat Roland Grillmeier berichtet und die Corona-Ereignisse seit Beginn der Pandemie bis heute im Landkreis Tirschenreuth in einer Präsentation veranschaulicht. Der Landkreis Tirschenreuth sei im März 2020 als einer der ersten Landkreise stark betroffen gewesen und habe Erfahrungen gemacht, die vielen anderen Regionen geholfen habe mit der Situation umzugehen. "Als einer der ersten Landkreise in Bayern wurde ein Krisenstab gebildet, der ein wesentlicher Bestandteil der Krisenbewältigung war", erklärt Grillmeier. 

Ein RKI-Bericht habe dazu beigetragen, aufzuklären wie es zum starken Ausbruch in der Region gekommen ist. Auch haben eine Anti-Körper-Studie sowie Fachbeiträge in verschiedenen Medien Beiträge zur Pandemiebewältigung zu leisten.

Kommunikation wichtig - Hasswelle im Netz 

"Insgesamt war die Kommunikation unter den Behörden und auch in die Öffentlichkeit ein wichtiger Faktor", erklärt Grillmeier. Die Mitarbeiter im Gesundheitsamt wurden vervierfacht, der Katastrophenschutz im Landratsamt wurde aufgestockt und fast 20 Leute waren im Landratsamt in verschiedenen Hotlines bis zu sieben Tage in der Woche mit Kommunikation beschäftigt, heißt es aus dem Landratsamt. Insgesamt habe man fast täglich Pressemeldungen abgesetzt und gerade in der Hochphase des Ausbruch Medienarbeit mit Kontakten in ganz Deutschland geleistet, eine enorme Belastung für die Verantwortlichen und die Presseabteilung.

Größte Herausforderung waren soziale Medien, wie der Landrat schildert. "Hier ging es oft mehr um Vorwürfe und Angriffe, hier konnte man Teile nur ignorieren."

Virusmutation und Grenzsituation fordern neu 

Wie der Landrat weiter ausführt, steht man seit November - anders als bei der ersten Welle - unter Druck wegen der britischen Virusmutation und der Grenzlage. "Durch die zu späten Grenzkontrollen sowie fehlender Testpflicht der Grenzpendler kam die Region wieder zu Berühmtheit." Auch hier habe man aus den Erfahrungen der ersten Welle gelernt und mit koordinierten Einsatz, gerade im Gesundheitsamt, Katastrophenschutz sowie in den Testzentren, und mit Zusammenwirken mit den Betrieben erreicht, die Zahlen zu senken. Die angekündigte Unterstützung durch eine Schutzriegelfunktion mit zusätzlichen Impfdosen im Grenzraum sei aus Sicht des Landrats auch notwendig.

In den aufgeführten Punkten stimmt auch die Pressesprecherin des RKI zu, die an dem Treffen teilgenommen hat. Das RKI habe zum Beispiel auch den Landkreis mit einer Studie unterstützt, um damit zur Aufklärung beizutragen. "Insgesamt war es im gesamten Jahr der Pandemie notwendig, umfassend mit den Medien zu kommunizieren und klare Informationen weiter zu geben. Ein Teil der Medien war mit der Pandemie zum Teil auch überfordert", wie es aus dem Landratsamt heißt. 

Wegen der Corona-Pandemie war der Kongress nur als digitale Live-Übertragung möglich. Teilgenommen haben insbesondere Kommunikationsverantwortliche und Pressesprecher, Führungskräfte und Krisenmanager, Medienrechtsanwälte und Wissenschaftler aus Unternehmen, von Behörden, Verbänden, den Medien und der Politik. 

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