Retter in der Not: PM-Award für Pferdeliebhaber

Leuchtenberg/Weiden. Eine traurige Geschichte endete mit einem Happy End: Drei Oberpfälzer bewiesen ein Herz für Tiere als sie fünf verwahrloste Pferde aus Leuchtenberg retteten. Für ihre Hilfsaktion gewannen die drei sogar einen PM-Award in der Kategorie „Retter in der Not“.

Von Jasmina Vaskovic

https://www.youtube.com/watch?v=ZLTeU26jM5I

Anfang Juli machte Julia Budnik eine traurige Entdeckung, als sie auf Facebook auf fünf verwahrloste Pferde in der Oberpfalz aufmerksam wurde: Sie wollte den Tieren unbedingt helfen und kommentierte den Beitrag, um herauszufinden wo die Tiere sind. Durch ihren Kommentar wurden auch Tanja Schaffarz und Thomas Eckert auf die fünf Pferde aufmerksam. Kurzerhand entschlossen sie nach Leuchtenberg zu fahren, um sich selbst ein Bild von dem Elend zu machen.

Der Anblick war einfach nur grausam.

„Die Pferde standen in Meter hohem Mist, hatten verwachsene Hufe, waren abgemagert und verwahrlost“, erzählt Julia bestürzt. Den Pferdebesitzer nimmt sie aber bis heute noch in Schutz: Er hat private Probleme und kämpft selbst mit einer Krankheit. Auch wenn das nicht rechtfertige, dass er sich über mehrere Jahre nicht um die Tiere kümmern konnte, wie Julia selbst weiß. Dem Besitzer tue es aber selbst Leid. Die drei „Retter in der Not“ stellten ihm eine Frist, sich innerhalb von 24 Stunden bei ihm zu melden, sofern er die Hilfe der Tierliebhaber annehmen möchte. So kam die ganze Sache ins Rollen.

pferd callie
So sah die Scheck-Stute Callie noch vor ein paar Monaten aus. Mittlerweile hat sie wieder zugenommen und sich einigermaßen erholt.

Gemeinsam päppelten sie die drei Stuten und den Hengst wieder auf. Für einen zweiten Hengst kam die Rettung leider zu spät. Er musste noch vor Ort von einem Tierarzt eingeschläfert werden. Für ihre Hilfsaktion bekamen die drei Oberpfälzer viel Zuspruch und Unterstützung in Form von Geldspenden, Futter und Decken.

Es gab aber auch Menschen, die den Pferdefreunden ins Handwerk pfuschen wollten, wie Julia Budnik erzählt: „Wir mussten immer wieder Glasscherben von der Weide aufsammeln“. In Absprache mit dem Veterinäramt und dem Besitzer fiel die Entscheidung, dass die Pferde nicht mehr Leuchtenberg bleiben können. Eine neue Unterkunft war schnell gefunden.

Engagement mit PM-Award gewürdigt

Im Laufe der Zeit hat sich eine Zusammenarbeit mit Petra Teegen ergeben. Sie ist verantwortlich für die „Pferdeklappe/Notbox“ – vergleichbar mit einer Babyklappe nur für Pferde – in Schleswig-Holstein. Sie unterstützt Julia, Tanja und Thomas zum Beispiel mit der Bezahlung von Tierarztrechnungen. Sie reichte auch die Bewerbung bei FN, der „Deutschen Reiterlichen Vereinigung“ für den PM (Pferd und Mensch)-Award ein. In der Kategorie „Retter in der Not“ wurden die drei Tierliebhaber unter die besten zwei gewäht. Beim darauffolgenden Online-Voting, sammelten sie die meisten Stimmen. Schließlich gewannen die drei Oberpfälzer den PM-Award und bekamen den bei einer Preisverleihung in Warendorf überreicht. Darauf sind die drei sehr stolz:

Es ist schön, dass unser Engagement auch gewürdigt wird,

freut sich Julia über den Award. „Die Pferde sind jetzt ein Teil unserer Familie und das wird auch immer so bleiben!“ Deshalb sind die drei auch für jede Unterstützung dankbar: 600 Euro Stallkosten, Futter, Hufschmied, Tierarzt und Medikamente für vier Pferde finanziert sich schließlich nicht von selbst. Kontakt aufnehmen und einen Überblick über die Arbeit von Thomas, Julia und Tanja verschaffen kann man sich über ihre Facebook-Seite.

Seht selbst wie gut sich die Pferde wieder erholen:

Facebook Retter in der Not
Der Pferdeliebhaber Thomas teilt seine Karotte liebend gerne.
Retter in der Not Facebook
Ein kleiner Spaziergang mit den Pferden. (mitte Tanja Schaffarz), (rechts Julia Budnik)
Retter in der Not Award - Foto Facebook
Retter in der Not Award - Foto Facebook-Seite

Bilder: Facebook-Seite „Die Leuchtenbergs – auf ein neues Leben“

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