„Schande“ und „a Schelln“: Demo zum Frauentag in Weiden [mit Video]

Weiden. Um zu wissen, welche Probleme Frauen und queere Menschen in Deutschland und der Welt haben, braucht man nicht weit zu reisen. Es genügte, am Internationalen Frauentag auf den Oberen Markt von Weiden zu kommen. Dort erzählten viele von ihren Problemen. Eins ist sicher: Rosen genügen ihnen nicht.

Mitorganisatorin Laura Weber klärte darüber auf, dass in Deutschland Frauen 46 Prozent weniger Rente bekämen als Männer und pro Stunde 18 Prozent weniger verdienen. Von Altersarmut werden somit auch viele Frauen betroffen sein, die sich an diesem Dienstag in Weiden versammelt haben.

Die alleinerziehende Stefanie Wildenreuther berichtete, wie sie um jeden Cent kämpfen muss und die Behörden ihr immer neue Steine in den Weg legen. Anerkennung sei nett, doch das reiche nicht. Dass Alleinerziehende so wenig unterstützt werden, bezeichnete Maria Weber als „Schande“.

Immanuela Leo singt
Immanuela Leo singt „Girls just wanna have fundamental rights“. Bild: Beate Luber
Herbert Schmid singt
Herbert Schmid singt „Brot und Rosen“. Bild: Beate Luber
Carolin Schiml rappt in bayerische als Bixxn. Bild: Beate Luber
Carolin Schiml rappt in bayerische als Bixxn. Bild: Beate Luber
Viola Rehbach-Schreyer singt russische und ukrainische Lieder. Bild: Beate Luber
Viola Rehbach-Schreyer singt russische und ukrainische Lieder. Bild: Beate Luber
Amnesty International weist auf die schwierige Situation von Frauen in der Türkei und Afghanistan hin. Bild: Beate Luber
Amnesty International weist auf die schwierige Situation von Frauen in der Türkei und Afghanistan hin. Bild: Beate Luber

Viola Rehbach-Schreyer erzählte davon, wie sie bereits in den 70ern für Frauenrechte gekämpft habe und sang russische und ukrainische Lieder. Nun müsse sie ihren Mann pflegen und fühle sich allein gelassen. Dazu passte die Information von Laura Weber, dass Frauen oft doppelt so viel unbezahlte Care-Arbeit, also Arbeit in Haushalt und Familienfürsorge, übernehmen als Männer.

In Kriegen und Krisen besonders schwer

Antonia Kurz griff sich wie viele spontan das Mikro und kritisierte, dass wir immer noch in einer patriarchalen Gesellschaft leben, die Frauen systematisch unterdrücke. Lorenz Seitz und Veit Wagner von Amnesty International erinnerten an die fatale Situation von Frauen im Ausland wie Afghanistan, Vietnam und der Türkei. Auch der russische Angriff auf die Ukraine war hier ein beherrschendes Thema: Denn Frauen und queere Menschen haben es auch hier besonders schwer.

Rap: „Schelln“ gegen zudringliche Männer

Doch inmitten der vielen Problemschilderungen gab es immer wieder Musikbeiträge, die motivierten. Immanuella Leo sang: „Girls just wanna have fundamental rights“. Denn Frauen wollen nicht nur Spaß haben, sondern auch Grundrechte. Carolin Schiml aka Bixxn vom Rio-Raum Weiden rappte über zudringliche Männer, die von ihr vor allem eins bekommen: „Af alle Fäll a Schelln.“ Herbert Schmid war sich sicher, dass Frauen an diesem Tag nicht nur Rosen wollen und sang deshalb das Gewerkschafts- und Arbeiterinnenlied „Brot und Rosen“.

„Lasst uns zamhaltn, Mädels“

Trotz der vielen Ungleichbehandlungen, die auf das Tablett kamen, war die Veranstaltung kämpferisch: „Ich bin Feministin und ich bin stolz darauf“, bekannte Antonia Kurz und erntete langen Applaus. „Lasst uns zamhaltn, Mädels“, sagte Hilde Lindner-Hausner.

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