„Tue Gutes, wo Du kannst“: 75-Jahre Kolpingsfamilie Neunkirchen

Neunkirchen. 75-Jahre Kolpingsfamilie. Diesen Anlass nutzten die Neunkirchener um mit einem Festgottesdient die langjährige Treue zum Kolpingwerk zu feiern.

Langjährige Mitglieder erhielten für die Treue zur Kolpingsfamilie Neunkirchen eine Urkunde und ein Geschenk. Bild: Reinhard Kreuzer

Im Juli 1947 gründete sich der damalige Gesellenverein, die heutige Kolpingsfamilie Neunkirchen. Das 75-jährige Vereinsjubiläum hat die Vorstandschaft um die Vorsitzenden Roland Hoffmann und Petra Teichner lange vorbereitet und nun groß gefeiert. Auf den Festgottesdienst und den Festabend folgten einen Tag später der Familientag und ein Konzert mit Jo Jasper.

Festgottesdienst zum Jubiläum

Viele Vereine und Verbände am Ort gaben dem Jubelverein auch mit ihren Fahnenabordnungen die Ehre. Zusammen mit einer Vielzahl schwarz-oranger Kolpingbanner, unterstützt von Bannern der Kolpingjugend aus Neunkirchen und Grafenwöhr, zogen die Abordnungen in die festlich geschmückte St.-Dionysius Kirche ein und feierten Gottesdienst, den der Diözesanpräses des Diözesanverbandes Regensburg, Karl-Dieter Schmidt, zelebrierte.

Konzelebranten waren Pfarrer Thomas Kohlhepp sowie der geistliche Leiter der Kolpingsfamilie Neunkirchen, Pfarrvikar Robert Amandu. Bezirkspräses Thomas Jeschner konnte kurzfristig aufgrund eines Termins auf Bistumsebene leider nicht am Festgottesdienst und am Festabend teilnehmen und überbrachte fernmündlich die besten Glückwünsche.

Gottesdienst mit Musik und Festpredigt

Musikalisch gestaltete den Gottesdienst die Gruppe „Laetitia“ unter Leitung von Christa Kneidl und Simon Hoffmann an Orgel und E-Piano. Sie brachten unter anderem Lieder wie „Komm zu uns in Deinem Wort“, „Darum freu ich mich an Deiner Güte“ oder „You are my all in all“ zu Gehör. Das Kolpinglied „Wir sind Kolping“ durfte zum Schluss des Gottesdienstes natürlich nicht fehlen. In seiner Festpredigt, ging Diözesanpräses Karl-Dieter Schmidt auf das Evangelium ein, in dem es bei den Jüngern um die Frage ging, wer denn der Größte von ihnen sei.

Ohne Vorurteile aufeinander zugehen

Und Jesus stellt ein Kind in die Mitte und sagt: „Wer ein solches Kind aufnimmt, der nimmt mich auf.“ Knackpunkt für einen guten Umgang mit den Menschen und untereinander ist es, sich auf eine gleiche Ebene zustellen, ohne Vorbehalte auf Menschen zuzugehen, ein kindliches Vertrauen an den Tag zu legen, sich auf die Seite der Schwachen, Armen und Hilfsbedürftigen zu stellen, so wie sich auch Jesus mit dem Kind im Evangelium auf eine Ebene begeben hat, so Diözesanpräses Schmidt.

75-Jahre für die Gesellschaft im Einsatz

„Trifft das auch auf unser Leben in der Kolpingsfamilie zu?“, fragt Karl-Dieter Schmidt. Auch Adolph Kolping hat das in seinem ganzen Leben vorgelebt, in dem er sich auf die Seite der Gesellen und benachteiligten Menschen gestellt hat. Diözesanpräses Schmidt bedankt sich bei der Kolpingsfamilie Neunkirchen für die 75-jährige Treue zu Adolph Kolping und seinem Werk und für die tätige Unterstützung bei den jährlichen Altkleidersammlungen, mit denen Hilfe zur Selbsthilfe, berufliche Aus- und Weiterbildung und Bildung allgemein, unter anderem im Partnerland Brasilien, ermöglicht werden.

Mitgliederaufnahme im Gottesdienst

Nach der Festpredigt sind Klaus Hofmann sowie Stefan, Sonja und Anna Diesenbacher mit Handschlag über dem Kolping- und Kolpingjugend-Banner der Kolpingsfamilie Neunkirchen und mit dem Gruß „Treu Kolping-Kolping Treu“ in die große Kolpinggemeinschaft aufgenommen worden. Mit dem Lied „For the longest time“ begrüßte die Gruppe Laetitia im Anschluss die Teilnehmer zum Festabend im katholischen Pfarrgemeindehaus.

Vertreter von Stadt und Diözese

Vorsitzende Petra Teichner, der Vorsitzende der Kolpingsfamilie Neunkirchen, Roland Hoffmann war kurzfristig an Corona erkrankt, begrüßte die Festgäste und die vielen Vereinsmitglieder und Kolpingmitglieder im katholischen Pfarrgemeindehaus. Neben dem Diözesanpräses und den Geistlichen vor Ort waren auch der Diözesanvorsitzende des Diözesanverbandes Regensburg, Martin König, und als Vertreter der Stadt, Dr. Benjamin Zeitler der Einladung gefolgt.

Chronik der Kolpinggruppe

Nach dem Tischgebet und einem gemeinsamen Abendessen folgte ein kurzer Bilderrückblick über 75 Jahre Kolpingsfamilie Neunkirchen, gefolgt vom Festvortrag durch Diözesanvorsitzenden Martin König. „So ein Jubiläum soll Mut machen, die Gegenwart und die Zukunft zu gestalten. Wir brauchen heute besonders wieder viel Mut in unserem persönlichen Leben und in unseren Kolpinggemeinschaften.

Mut zu immer neuen Aufbrüchen, Mut zur Zivilcourage, Mut zur Familie, Mut zur Erziehung, Mut sich zu engagieren in der Gemeinschaft und für die Gemeinschaft, Mut neue Wege zu gehen, Mut auf andere zuzugehen, besonders auf die Schwächeren und Ausgestoßenen in unserer Gesellschaft. Wir brauchen keine Bedenkenträger, sondern Bannerträger, die mutig vorausgehen und versuchen ein Stück der Welt mitzuverändern und ein Stück besser und menschlicher zu machen“, so der Diözesanvorsitzende. König wünschte der Kolpingsfamilie weiterhin alles Gute für die Zukunft.

Ehrungen für Treue zum Kolpingwerk

Im Anschluss sind sechs Mitglieder für langjährige Treue zur Kolpingsfamilie Neunkirchen und zum Kolpingwerk geehrt worden. Für 25 Jahre Petra und Johannes Kohl, für 40 Jahre Veronika Ponkratz und Andreas Schmitt, für 50 Jahre Albert Rodler und für gar 65 Jahre Max Hofmann. Neben den Urkunden hat man den Geehrten ein persönliches Geschenk überreicht. Beate Neumann erhielt für ihre fast 20- jährige Tätigkeit als stellvertretende Vorsitzende der Kolpingsfamilie Neunkirchen den Ehrenteller des Kolpingwerkes Diözesanverbandes Regensburg.

Urkunde mit Kolping-Zitat

Zu Ihren Aufgaben gehörten neben der Gestaltung von Gottesdiensten und Andachten auch die Verköstigung der Teilnehmer an Versammlungen und diversen Treffen. Auf der dazugehörigen Urkunde war als Zitat Adolph Kolpings zu lesen: „Tue Gutes, wo Du kannst, ohne Ansehen der Person und wer der Hilfe bedarf, wo Du sie leisten kannst, der ist Dein Nächster“. Simon Hoffmann glänzte mit dem Lied „Lebenszeichen“ aus dem Kolping-Musical Kolpings Traum und zog die Zuhörer in seinen Bann.

Sinn und Werte vermitteln

Dr. Benjamin Zeitler überbrachte in seinem Grußwort als Vertreter der Stadt Weiden die Glückwünsche des Oberbürgermeisters Jens Meyer. Die Kolpingsfamilie sei einen Weg gegangen, der nicht immer geradlinig und auch von Höhen und Tiefen geprägt war. Sinn und Werte zu vermitteln und vor allem nicht nur zu reden, sondern auch zu tun, das zeichnet die Kolpingsfamilie aus. Mit den Liedern „Liebeskummer lohnt sich nicht“ und „Goodnight sweetheart“ durch die Gruppe Laetitia unter Leitung von Simon Hoffmann ist der offizielle Teil der Veranstaltung beendet worden.

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