Ukraine-Krise: Öl und Gas werden noch teurer

Weiden. Die Ukraine-Krise werden die Verbraucher hierzulande schmerzhaft zu spüren bekommen. Der Präsident des Münchner Ifo-Instituts, Professor Dr. Clemens Fuest skizziert gegenüber OberpfalzECHO weitere Folgen.

Der Präsident des Ifo-Instituts, Professor Dr. Clemens Fuest. Foto: Ifo-Institut/Romy Vinogradova

Die Ereignisse in der Ukraine-Krise überschlagen sich. Nach der Anerkennung der selbsternannten Volksrepubliken Luhansk und Donezk durch Wladimir Putin und der Entsendung russischer Truppen in den Osten der Ukraine, hat jetzt auch die Bundesregierung reagiert. Sie stoppt das Nordstream-2-Projekt.

Die Spannungen im Osten Europas werden auch bei uns und in unserem Geldbeutel zu spüren sein. Der Präsident des Münchner Ifo-Instituts, Professor Dr. Clemens Fuest, skizziert in einem Blitzgespräch mit OberpfalzECHO die möglichen wirtschaftlichen Folgen.

Gas wird nicht rationiert werden

So rechnet er damit, dass die Preise für Öl und Gas weiter ansteigen werden. „Die verschärften Sanktionen werden den Handel zwischen Deutschland und Russland außerdem weiter belasten“, ist er überzeugt. Mittelfristig, so sein Ausblick, werde man auf die Krise mit einer stärkeren Diversifizierung der Gasversorgung reagieren. „Doch auch das erhöht die Kosten.“

Fuest glaubt nicht an eine Gasverknappung. „Mit einer Rationierung bei den privaten Haushalten ist nicht zu rechnen.“ Allerdings werden die Preise höher sein, als sie es ohne Verschärfung der Krise gewesen wären“, befürchtet der Ifo-Präsident. Aufgrund der zunehmenden wirtschaftlichen Unsicherheit werden Investitionsprojekte verschoben, glaubt er.

Stopp von Nordstream 2 reicht nicht

Fuest vergleicht die Wirtschaftsleistung Russlands mit der von Spanien. Deutschland exportiert in erster Linie Maschinen, Kraftfahrzeuge und chemische Produkte im Gesamtwert von 20 Milliarden Euro nach Russland. Für das gleiche Geld verkauft Moskau vornehmlich Gas und Öl an die Bundesrepublik.

„Aufgrund der nach der Krimkrise verhängten Sanktionen sind aber die Handelsbeziehungen ohnehin bereits beeinträchtigt“, sagt der Ifo-Präsident. Er hält den verhängten Stopp von Nordstream 2 übrigens für richtig. Das alleine reicht ihm aber nicht. „Die Sanktionen sollten deutlich darüber hinausgehen“, unterstreicht Fuest.

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1 Kommentare

Haufe Peter - 23.02.2022

Den da oben idt es ja egal die kassieren ja 8- 10000 Euro in Monat.
Trifft nur wieder die kleinen.
Könnte kotzen