Behörde bestätigt: Wolf in Kaltenbrunn hat keine Katzen gerissen

Kaltenbrunn/Weiherhammer. Die Nachricht hat für Aufregung gesorgt. Eine Bäuerin aus Kaltenbrunn hat in der Nähe ihres Aussiedlerhofes einen Wolf gesichtet. Im selben Atemzug hieß es: Ihre 20 Katzen wurden gerissen. Die eine Nachricht stimmt, die andere nicht.

Der Wolf auf der Flucht über das Getreidefeld – im Hintergrund Friedhof und Höchäcker Siedlung. Foto: Ingrid Rodler-Köstler

Soviel ist sicher: Am Freitag, 28. Oktober, hat eine die Bewohnerin des Aussiedlerhofes einen Wolf gesichtet und beim Flüchten fotografiert. Das bestätigt das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU): „Nach eingehender Prüfung des vorliegenden Materials kann das LfU bestätigen, dass es sich bei dem abgebildeten Tier um einen Wolf handelt.“ Näher einordnen können sie das Tier nicht. „Eine Individualisierung ist anhand des Fotos nicht möglich“, meldet die Pressestelle auf Nachfrage.

Keine Übergriffe auf Katzen bekannt

Nach Aussage der Bäuerin habe der Wolf auch 20 junge Katzen vertilgt. Das stellt sich als falsch heraus. „Die lokalen Presseberichte über einen Verlust von Katzen im Zusammenhang mit einer Wolfssichtung kann das LfU nach Rückfrage und örtlicher Untersuchung durch ein Mitglied des Netzwerks Große Beutegreifer nicht bestätigen“, sagt die Behörde. Solche Fälle sind wohl auch äußerst unwahrscheinlich. Übergriffe von einem Wolf auf Katzen seien der bayerischen Behörde keine einzigen bekannt.

Jäger meldet keine Risse

Robert Wiederer, Jäger aus Weiherhammer mit Jagdgründen im nahe gelegenen Thansüß, ist trotzdem besorgt. Er berichtet davon, dass kaum mehr Wild gesichtet werde. Dass der Wolf dafür verantwortlich ist, davon ist er überzeugt. Auf Nachfrage kann er aber nicht abschließend beurteilen, ob der Wolf das Wild tatsächlich verjagt oder gar reißt. Er melde Risse ganz normal als Fallwild und mache keine Meldung an das Landesamt für Umwelt, das nachweisen könnte, ob es sich um Wolfsrisse handelt. „Das erzeugt noch mehr Trubel“, erklärt er.

Wolf standorttreu in Grafenwöhr und Manteler Forst

Kaltenbrunn liegt nahe an Grafenwöhr und dem Manteler Forst, zwei von neun Regionen, in denen das LfU standorttreue Tiere als bestätigt erachtet: „Ein Wolf gilt als standorttreu, wenn dieser über einen Zeitraum von mehr als sechs Monaten nachgewiesen wird oder eine Reproduktion belegt ist.“ Im Manteler Forst gilt der Wolf seit 30. Januar 2020 als standorttreu, im Raum Grafenwöhr gab es die ersten Fotonachweise 2016.

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1 Kommentare

Wölfl Fritz - 09.11.2022

Gesunder Menschenverstand hätte genügt!