Weiden: Die Würde des Menschen ist unantastbar

Weiden. Toleranz und Menschlichkeit stehen bei der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit oben an.

Die Vorstandschaft der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit hat starke Verstärkung erhalten. Bild: Fred Lehner

Auch im 34. Jahr ihres Bestehens stehen bei der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Toleranz und Menschlichkeit ganz oben an. Verständnis und Gemeinsinn haben sich die Frauen und Männer zur Aufgabe gemacht, um voneinander zu lernen und sich besser zu verstehen.

Es gehe vorrangig darum, Vorurteile gegenüber Herkunft zu überwinden, weltanschaulichen Fanatismus, religiöse Intoleranz und nationale Überheblichkeit zu bekämpfen und an deren Stelle die Achtung vor der Würde des Menschen zu setzen.

Freude über neuen Beitritt

So deutlich sprach es auch Pfarrer Alfons Forster aus Michldorf, einer der drei Vorsitzenden der Gesellschaft, in der Mitgliederversammlung am Dienstag im Gemeindehaus Kreuz Christi (Stockerhut) aus. Freude kehrte über den Beitritt von Astrid Wieland aus Weiden ein. Sie stärkt künftig als Beisitzerin die Vorstandschaft. Als neue Vorsitzende und Vertreterin der evangelischen Religionsgemeinschaft schenkte man Pfarrerin Edith Lang das Vertrauen.

Andreas Hartung wählte man als Beisitzer in die Vorstandschaft. Damit setzt sich die neue Vorstandschaft nach dem Ergebnis der durch Helmut Schöner geleiteten Neuwahl wie folgt zusammen: Werner Friedmann (Jüdischer Vorsitzender seit nunmehr 34 Jahren), Pfarrer Alfons Forster (erster Katholischer Vorsitzender), Pfarrerin Edith Lang (erste Evangelische Vorsitzende), Schriftführerin Constanze Schöner, Schatzmeister Franz J. Häring, Beisitzer und Kassenprüfer Otmar Singer, zweite Kassenprüferin Elisabeth Frey, Beisitzerin Astrid Wieland und Beisitzer Andreas Hartung.

Detaillierter Tätigkeitsbericht

In ihrem bis ins Detail gehenden Tätigkeitsbericht über die vergangenen zwei Jahren hatte Schriftführerin Constanze Schöner herausgestellt, dass die beiden jährlichen Rundbriefe ein fester Bestandteil der Gesellschaftsarbeit sei. In diesem Jahr hielt man drei Vorstandssitzungen ab. Dass Pfarrerin Edith Lang als neue Vorsitzende die Gesellschaft stärke, nahm man mit Beifall auf. Zum ersten Ehrenmitglied ernannte die Gesellschaft Bürgermeister außer Dienst Fred Lehner aus Floß ernannt.

Was zu bedauern sei, ist die Tatsache, dass man aus Coronagründen in den Jahren 2020, 2021 und 2022 die „Woche der Brüderlichkeit“ in der Flosser Synagoge nicht abhalten konnte. Dafür gab es erstmals eine christlich-jüdische Gemeinschaftsfeier in der Synagoge, bei der Fred Lehner eine Ehrung des Deutschen Koordinierungsrates erhielt.

Pilgerweg nach Jerusalem eröffnet

Am 25. Juni eröffnete man in Waldsassen ein Teilstück des Pilgerweges nach Jerusalem, an der auch Pfarrer Forster für die Gesellschaft teilnahm. Ebenso waren Vertreter der Gesellschaft am Festakt anlässlich „70 Jahre Woche der Brüderlichkeit“ in München mit dabei. Pfarrer Forster machte als Versammlungsleiter deutlich, dass die Rundbriefe als Sprachrohr der Gesellschaft auch künftig herausgegeben werden. Im Übrigen sei die Gesellschaft nach Außen sehr präsent, wofür er den Mitgliedern der Vorstandschaft dankte.

Aufgelistet hatte Schatzmeister Franz J. Häring die Einnahmen und Ausgaben der letzten Jahre. Die Gesellschaft spendete für zweckgebundene Einrichtungen über 400 Euro. Das Finanzpolster sei eine gute Grundlage für künftige Herausforderungen. Mit 50 Einzelpersonen und 15 Paaren zähle die Gesellschaft derzeit 80 Mitglieder. Pfarrer Forster hatte herausgestellt, dass es seit Gründung der Gesellschaft keine Beitragserhöhungen gab.

Besichtigung der Flosser Synagoge

Die ordentlich und gewissenhaft geführte Kasse bestätigte Kassenprüfer Otmar Singer. Bürgermeister außer Dienst Fred Lehner berichtete über die Besichtigung der Flosser Synagoge durch den Antisemitismusbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung, Dr. Ludwig Spaenle und übermittelten dessen Grüße an die Gesellschaft. Pfarrer Forster hatte auf die Gedenkveranstaltung am 9. November, um 18 Uhr in der Konrad-Adenauer-Anlage hingewiesen.

Zugleich besprach die Gesellschaft das Projekt „Stolpersteine“. Erstmals werden Steine in Weiden am 22. November, um 16 Uhr in der Bahnhofstraße 33 verlegt. Bis zum 6. November ist in der Gedenkstätte Flossenbürg die Ausstellung „Der kalte Blick“ zu sehen.

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