„Wo die Liebe hinfällt“: So war der erste CSD der Nordoberpfalz in Neustadt

Neustadt/WN. Etwa 200 Leute zählte der Verein Equality Oberpfalz auf dem ersten Christopher Street Day der Nordoberpfalz. Während es in der Bezirkshauptstadt Regensburg schon seit 26 Jahren einen CSD gibt, war die Nordoberpfalz bis jetzt noch ein weißer Fleck. Jetzt ist der weiße Fleck bunt geworden.

Mit einer Parade durch Neustadt startete der Umzug. Nicht nur Regenbogenflaggen wehten dort, sondern Flaggen in vielen Farbkombinationen, die die einzelnen Gruppierungen der LGBTIQ*-Community symbolisierten: Eine Flagge in blau/rosa/weiß, die für „trans“ steht, oder pink/blau/lila für „bisexuell“.

Glitzender Bauch und bunte Flaggen

Ein Mensch hatte eine Flagge dabei, die nicht einmal im umfangreichen Flaggenlexikon des CSD Deutschland auftaucht: Streifen in Brauntönen mit einer Bärentatze. „Das steht für die Bear Community“, erklärt er, und klopft sich auf seinen nackten behaarten, mit Glitzer eingeschmierten Bauch. Die Bärengemeinschaft steht für homo- oder bisexuelle Männer mit behaartem Körper. Der Bärenmensch kam aus Regensburg, einige Teilnehmende reisten bis aus Plauen an, aber auch aus der Nordoberpfalz waren viele vertreten. Viele junge Leute, schätzungsweise ein Drittel unter 18 Jahren, machten sich auf den Weg nach Neustadt.

Foto: OberpfalzECHO/David Trott
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Viele Angriffe auf Queere

Stolz zeigten die Teilnehmenden, dass es noch so viel mehr gibt, als die Heterosexualität. Vor allem zeigten sie stolz, dass die Liebe so viele Facetten hat. Auf der Bühne betonte Organisator Alexander Irmisch vom Verein Equality Oberpfalz aber auch, wie viele Menschen Probleme mit dieser Liebe hätten. Er zählte eine lange Liste an Gewalttaten auf queere Personen auf, und zeigte sich entrüstet, dass manche den CSD Nordoberpfalz als Provokation deuteten. „Toleranz zu zeigen ist keine Provokation“, sagt er. Er kritisierte, dass Unbekannte vor dem CSD die Regenbogenflagge in Neustadt heruntergerissen hätten.

Im ländlichen Raum müsse es mehr Strukturen geben, die LGBTIQ* unterstützen würden, ganz nach dem Motto des CSD: „Sichtbarkeit schafft Sicherheit“. Bis auf SPD-Landtagsabgeordnete Annette Karl und ihren Parteikollegen, Neustadts Bürgermeister Sebastian Dippold, kamen keine Politiker zum ersten CSD der Nordoberpfalz,

„Wie kann man nur hassen, dass Menschen sich lieben“

Bürgermeister Dippold erzählte eine Geschichte über seine Oma: Als ihre Enkelin, seine lesbische Cousine, zum ersten Mal ihre Partnerin mitbrachte, habe sich die Oma nur gewundert, dass die Partnerin kein Fleisch esse. Zur Hochzeit der beiden Frauen sagte sie: „Wo die Liebe hinfällt.“ Dieselbe Toleranz erwarte er von allen Bürgerinnen und Bürgern. „Wie kann man nur hassen, dass Menschen sich lieben.“

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2 Kommentare

celia - 17.06.2022

konnte dieses Jahr nicht kommen, aber versuche wenn es nächstes Jahr wieder statt findet dabei zu sein

Franziska Albert - 05.06.2022

Schade dass ich es nicht zum CSD geschafft habe, aber mein Sohn geht vor.