Zeitgenössische Kunst aus der Region: „Macht und Ohnmacht“ im Kunstverein Weiden

Weiden. Zwei Aushängeschilder zeitgenössischer Kunst sind bis 2. Oktober im Kunstverein zu sehen. Georg Tassev aus Regensburg zeigt Kohlezeichnungen, Tone Schmid aus Weiden skurrile bewegliche Objekte.

Die Künstler Georg Tassev und Tone Schmid mit dem Kunstverein-Sprecher Wolfgang Herzer (von links) bei der Vernissage zur Ausstellung „Macht und Ohnmacht“. Bild: Helmut Kunz

Unter den fachkundigen Augen zahlreicher Kunstliebhaber aus der Oberpfalz, insbesondere aus der Regensburger Szene, eröffnete der Kunstverein Weiden am Freitagabend seine Ausstellung über „Macht und Ohnmacht“ mit den beiden Künstlern Georg Tassev aus Regensburg und Tone Schmid aus Weiden.

Volles Haus im Kunstverein

Die Kunstschaffenden freuten sich über ein volles Haus. Die Werkschau der beiden, deren Namen Aushängeschilder für zeitgenössische Kunst in der Region sind, sei nach dem Sprecher des Weidener Kunstvereins, Wolfgang Herzer, längst überfällig. Angesichts des gegenwärtigen staatlichen Machtmissbrauchs in der Welt sei sie auch zeitgeschichtlich passend.

Besuchsinfos zur aktuellen Ausstellung

„Macht und Ohnmacht“ ist geöffnet bis 2. Oktober donnerstags bis samstags von 20 bis 24 Uhr, sonntags von 14 bis 18 Uhr, sowie nach Vereinbarung unter Telefon 015161481710 – im Kunstverein Weiden, Ledererstr. 1 (Über dem „Neuen Lindas“).

Großformatige Kohlezeichnung und skurrile Objektkunst

Auf der einen Seite die großformatigen Kohle-Zeichnungen des deutsch-rumänischen Malers und Zeichners Tassev mit ihren oft mörderischen, manchmal auch erotisch anmutende Wallungen, die wie wilde Linien und Flächen alte Zwänge überwinden und neue Räume öffneten. Auf der anderen der Oberpfälzer Objekt- und Installationskünstler Schmid, mit seinen skurril bezaubernden Objekt-Montagen als trotzige Antworten auf die Fürchterlichkeiten des Weltgeschehens.

Relikte aus den Weltkriegen werden zu Kunst

Dessen bildnerische Palette inspiriere den Betrachter derart, dass sich ein Sattel aus dem Ersten Weltkrieg, eine russische Militärmütze aus dem Zweiten Weltkrieg, eine Trommel von heute in Kombination zu einer klangvollen Siegessäule formten, erklärte Herzer.

Die Ausstellung zeige, wie in der künstlerischen Reflexion auch die schlimmsten Gräuel des Menschen-Wolfs, das optimistisch Spielerische nicht totzukriegen seien.

Unter den Vernissage-Gästen weilten Bürgermeister Reinhold Wildenauer, Regensburgs Grüner Ex-Bürgermeister Jürgen Huber und der langjährige Vorsitzende des Bundesverbands Bildender Künstlerinnen und Künstler Wigg Bäuml.

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