Zwei Eschenbacher Fußballer wagen den Sprung über den „großen Teich“

Eschenbach. Es ist wohl für Viele ein Traum, ein Stipendium in den USA zu bekommen. Wenn man dabei noch sein Hobby damit verbinden kann, ist es perfekt. Für zwei Eschenbacher geht dieser Traum nun in Erfüllung.

Eva Gradl und Oliver Danzer bekommen ein Fußball-Stipendium in den USA. Foto: Jürgen Masching

Ob Fußballerin oder Fußballer, mit einem Fußball-Stipendium in den USA bekommt man professionelle Bedingungen auf und neben dem Platz. Neben Football und Basketball ist „Soccer“ zu einer der populärsten US-College-Sportarten geworden und wird an über tausend Universitäten im ganzen Land gespielt.

Karriere beim Club

Eva Gradl, Jahrgang 2004, aus Eschenbach spielt, seit dem sie denken kann, Fußball. Begonnen hat es mit vier Jahren beim SC Eschenbach. „Ich habe bis zu den C-Junioren bei den Jungs gespielt“, erinnert sich Eva. 2019 bekam sie dann ein Zweitspielrecht bei den B-Juniorinnen des SC Kirchenthumbach in der Landesliga. Dann kam das Angebot aus Nürnberg vom „Club“ und sie spielte bei der U 17 in der Bayernliga. Zuletzt kickte die Abwehrspielerin ein Jahr in der U 23 in der Landesliga. In einem Nürnberger Gymnasium machte sie in diesem Jahr ihr Abitur. „Für meine Entwicklung war es der richtige Schritt“, ist die Eschenbacherin überzeugt.

Zufall war behilflich

Nun kam sie eher zufällig auf einen Link im Internet, wo Fußball-Stipendien in den USA angeboten werden. „Eigentlich war es eine Schnapsidee“. Doch nachdem eine Mannschaftskollegin diesen Schritt gewagt hatte, ließ ihr das keine Ruhe. Mithilfe ihrer Eltern bewarb sie sich für das Stipendium. Eine Agentur in Deutschland unterstützt die Interessenten. Da wird ein Highlight Video aufgenommen und an verschiedene Unis in den
USA geschickt.

„Ich habe aber auch noch selbst an Universitäten geschrieben“, betont Gradl. Mehrere Universitäten hätten über die Agentur angefragt, aber sie sei mit denen nicht so zufrieden gewesen. „Ich wollte etwas auf dem Gebiet Physiotherapie machen.“ Dann fand sie die richtige Uni, in der sie „Trainingswissenschaft“ studieren kann.

In zweithöchster Liga

Danach flog sie in die USA, um ihre „Schnapsidee“ an der Georgia Southwestern State University zu verwirklichen. Dort wird sie in einer Mannschaft der NCAA D2 (die zweithöchste Liga der Universitätsmannschaften) spielen. „Ich bin zwar die einzige Deutsche, habe aber mit einer Engländerin Kontakt, die ebenfalls mit mir anfängt.“ Auch einen Trainingsplan hat Eva schon bekommen. „Da sieht man schon, wie professionell es dort abläuft“.

Viele Stationen

Auch Oliver Danzer (Jahrgang 1998) begann beim SC Eschenbach Fußball zu spielen. Bis zur C-Jugend spielte er dort und ging dann nach Grafenwöhr. In der B-Jugend wechselte er zur SpVgg Bayreuth, danach zur U 17 und U 19 der SpVgg SV Weiden. Nach der Rückkehr nach Bayreuth zur Landesligamannschaft und einem Jahr beim SC Eschenbach spielte er nun seit drei Jahren beim SV Etzenricht in der Bezirksliga. „Es war eine tolle Zeit in Etzenricht und wäre Amerika nicht dazwischengekommen, würde ich weiter dort spielen“, betont Danzer. Sein Spielrecht hat er für die USA-Zeit in Eschenbach, wo er auch bereits in der aktuellen Saison in der ersten Mannschaft gespielt hat.

Guter Draht

Oliver Danzer absolvierte eine Ausbildung und holte heuer an der BOS sein Abitur nach. Nun kam er über ehemalige Mannschaftskameraden – unter anderem der Kapitän der DJK Gebenbach, Jonas Lindner, auf die Idee, in den USA zu studieren. Auch Oliver musste das Vorstellungsprocedere über eine deutsche Agentur gehen, um sich für verschiedene Universitäten zu bewerben.

„Ich hatte dann mit sechs Trainern Kontakt und die haben mir ihre Vorstellungen dargestellt“, so Oliver Danzer. Zu einem Trainer aus Kansas fand er einen besonders guten Draht und deshalb geht es nun ins McPherson College. Dort spielt bereits ein Deutscher, was natürlich eine große Hilfe sei. Mit Oliver wagen zwei weitere deutsche Spieler den Sprung über den „großen Teich“. Auch Danzer kickt in den USA in einer Mannschaft in der NCAA D2.

Sechsmal Training

„Auf ein Studienfach habe ich mich noch nicht festgelegt, aber im Kopf habe ich schon was“, sagt Oliver Danzer. Seien Vorfreude auf den Fußball sei riesengroß. „Meine Fitness wird auch ausschlaggebend sein, denn ich werde hier mit 24 Jahren der Älteste sein.“ Schon morgens geht es am College mit dem Training los. „Wir trainieren sechsmal in der Woche, das schlaucht schon.“ Nachmittags stehen dann die Teammeetings auf dem Plan. „Wenn die Schule losgeht, wird es noch enger“, weiß Danzer. Dann kommen an den Wochenenden noch die Spiele mit oft mehrstündigen Auswärtsfahrten dazu.

Eva Gradl und Oliver Danzer freuen sich sehr auf die Zeit in den USA, wo sie ihr Hobby mit dem Studium verbinden können. „Manche gehen in die Uni und spielen nebenbei Fußball. Doch wir spielen Fußball und gehen nebenbei zur Schule“, sagt Oliver augenzwinkernd.

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