Burgfestspiele Vilseck: „Drei Fragen an …“ den Bürgermeister und die Kulturreferentin

Vilseck. Es war schon eine Art Liebeserklärung, die Bürgermeister Hans-Martin Schertl seiner Kulturreferentin auf der Bühne nach der Premiere zu flötete: „Ohne dich gäbe es das alles nicht.“ Und in der Tat: Am Anfang war die Idee und die Tatkraft von Adolfine Nitschke.

Bürgermeister Hans-Martin Schertl würdigt nach der Premiere die herausragenden Verdienste seiner Kulturreferentin Adolfine Nitschke um die Burgfestspiele. Bild: Jürgen Herda

Eine kleine Kulturgeschichte: Mit im Organisationsteam als Ideengeber wirkt der kulturell omnipräsente Stefan Voit, der bei einem Spaziergang im Burghof mit der Kulturreferentin vor Jahren den Anstoß zur Gründung der Burgfestspiele gegeben habe: „Ich habe bei Adolfine Nitschke offene Burgtore eingerannt“, sagt er schmunzelnd.

Aber auch bei Bürgermeister Hans-Martin Schertl, dem Vertreter der Vilsecker Obrigkeit, der anders als seine Vorläufer im 18. Jahrhundert kritische Kultur erst ermögliche, bedankt sich Voit. Oder mit den Worten von Klaus D. Koch: „Kultur ist, wenn man sie trotzdem finanziert.“

Echo-Kultur-Botschafter Stefan Voit (rechts) würdigt den Einsatz der Stadt Vilseck für die Kultur. Bild: Jürgen Herda

Luft nach oben

In der Post-Corona-Phase laufen Veranstaltungen landauf, landab etwas zäh an: Wie ist eure Zwischenbilanz?

Adolfine Nitschke: Das Bewusstsein für den Wert kultureller Veranstaltungen ist in den vergangenen zwei Jahren geschärft worden. Alle haben die Auszeit schmerzlich als Verlust an Lebensqualität empfunden. Aber viele Faktoren schmälern jetzt den Besucherandrang: die Preise steigen, Corona ist immer noch – oder wieder – ein Thema und viele Kulturinteressierte lösen in diesem Sommer erst mal ihre Tickets für aufgeschobene Events ein.

Hans-Martin Schertl: Es bleibt Luft nach oben.

Haben sich Aufwand, Kosten und Herzblut insoweit gelohnt, dass die Resonanz zumindest in Vilseck euphorisch ist?

Adolfine Nitschke: Herzblut ist das Lebenselixier aller Kulturschaffender 😉 Ich kenne keinen ohne. Ein Spruch trifft den Nagel genau auf den Kopf: „Kultur ist nicht alles, aber ohne Kultur ist alles nichts“. Insofern lohnt es sich immer.

Hans-Martin Schertl: Nicht nur Vilsecker, sondern auch Besucher aus dem Umland und aus Regensburg haben uns bestätigt: „Tolles Stück, tolle Theatertruppe!“ Alle dürfen stolz sein auf Ihre Leistungen.

Wie geht’s weiter mit der Schauspiel-Stadt Vilseck – was habt ihr für die nächsten Jahre ausgeheckt? 

Adolfine Nitschke: In ein paar Jahren bringen wir auf alle Fälle ein weiteres Festspiel auf die Burghof-Bühne. Zwischenzeitlich wird die Stadtbühne „Lolamannen“ Vilseck e.V. mit kleineren Theaterproduktionen für Unterhaltung sorgen.

Hans-Martin Schertl: Im Herbst stehen in der Burg Dagestein zunächst ein Klassik-Wochenende unter anderem mit dem Philipp Stauber Quartett, ein Kabarettabend mit Eva Karl Faltermeier und im Advent der Romantische Weihnachtsmarkt auf dem Programm.

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