Gibt der Markt Floß der Windkraft eine Chance?

Floß. Bei der Sitzung des Bauausschusses kamen zahlreiche Themen auf den Tisch. Am intensivsten wurde zum Thema Windkraft diskutiert.

Der Markt lässt das Geländer am hinteren Teil des Floßbachs analog der neuen Brücke Püchersreuther Straße erneuern. Der Bauausschuss hat nach einer Ortsbesichtigung grünes Licht gegeben. Foto: Eichl

Der SPD-Sprecher Markus Staschewski zeigte sich entsetzt über Aussagen von Landrat Andreas Meier, wonach dieser in seiner Funktion als Vorsitzender des Regionalen Planungsverbandes erwäge, gegen das neue Windflächenbedarfsgesetz zu klagen. Dieses schreibt für jedes Bundesland eine feste Fläche vor, die für den Bau von Windkraftanlagen
zur Verfügung stehen muss.

Stattdessen solle der Landrat sich lieber um den Ausbau der Windkraft im Landkreis und die Energieversorgung der Landkreisbürger kümmern, fordert Staschewski. Dass Windkraft auch im Landkreis möglich sei, zeigten „mit viel Einsatz“ die Gemeinden Parkstein und Tännesberg.

„Floß könnte heute schon energieautark sein“

Er erinnerte an den Vorstoß seiner Fraktion im Jahr 2014 zur Errichtung von Windrädern auf Gemeindegebiet. Damals sei die SPD von den anderen beiden Marktratsfraktionen überstimmt worden, die CSU habe seinerzeit vor allem mit etwa 70 Unterschriften von Bürgern argumentiert. „Zusammen mit dem Solarpark könnte Floß heute schon energieautark sein“, sagt Staschewski.

Er bittet darum: „Warten wir nicht auf den Landrat, sondern werden wir selbst tätig.“ Die Gemeinde solle mithilfe von Partnern nach Möglichkeiten Ausschau halten, auf Gemeindegebiet Windkraftanlagen zu ermöglichen. Er sagt: „Nutzen wir unsere Planungshoheit und versuchen, zumindest für alle Flosser Bürgerinnen und Bürger die Energieversorgung sicherzustellen.“

Mutterer: „Diesmal absolute Transparenz“

Oliver Mutterer (FDP/UB) fragte, ob es angesichts der 10H-Regelung überhaupt Möglichkeiten auf Gemeindegebiet gebe. Denn bisher habe diese keinen Spielraum für Anlagen im Flosser Amt gelassen. Bürgermeister Robert Lindner sagt, es gebe einige Flächen, er habe auch schon Treffen mit Bürgermeistern der Nachbargemeinden gehabt.

Das Landratsamt habe die Gemeinde aufgefordert, passende Flächen zu benennen. Nun könne man eventuell alte Pläne aus der Schublade holen; wichtig sei, die Bürger mit einzubeziehen. Die Kommune müsse die Oberhand behalten, nicht ein möglicher Investor, Bürger müssten sich beteiligen können. Mutterer sagt, diesmal sei „absolute Transparenz“ notwendig, denen gegenüber, die ein möglicher Windpark betreffe.

Geländer am Floßbach wird komplett erneuert

Das Geländer am hinteren Teil des Floßbachs wird analog zur neuen Brücke Püchersreuther Straße gestaltet. Ein örtlicher Handwerksbetrieb bekommt den Auftrag zur Erneuerung des Geländers über eine Gesamtlänge von 65 Metern zum Preis von etwa mehr als 321 Euro je Meter.

Der Gesamtpreis erhöht sich wegen Diskussionen mit dem Denkmalschutz gegenüber dem ursprünglichen Angebot um etwa 5.000 Euro. Die Firma macht gestiegene Kosten wie den deutlich höheren Stahlpreis geltend, der Bauausschuss bezeichnet die Erhöhung übereinstimmend als nachvollziehbar und akzeptabel.

Zuschuss des Marktes für Donum Vitae

Die Weidener Beratungsstelle von Donum Vitae bekommt vom Markt als freiwillige Leistung eine Spende von 100 Euro. Andrea Gollwitzer (CSU) unterstreicht, wie wichtig derlei Unterstützung sei. Die Beratungsstelle müsse im Jahr fünf Prozent der förderfähigen Kosten selbst aufbringen, das seien in den vergangenen Jahren jeweils mehr als 27.000 Euro gewesen.

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