70 Gäste erleben Confluence im Keramik-Museum Weiden

70 Gäste erleben Confluence im Keramik-Museum Weiden
Rund 70 Gäste kamen am Sonntagvormittag in das Internationale Keramik-Museum Weiden, um die Installation „Confluence“ der nigerianischen Künstlerin Ngozi-Omeje Ezema erstmals vollständig zu sehen. Die Besucherinnen und Besucher füllten den Eingangsbereich und das Treppenhaus, in dem die Arbeit frei im Raum schwebt.
Grußworte im Internationalen Keramik-Museum Weiden
Nach der Begrüßung durch Museumsleiter Johannes Listewnik richteten Oberbürgermeister Benjamin Zeitler, Prof. Dr. Angelika Nollert, Direktorin der Neuen Sammlung – The Design Museum München, und der Landtagsabgeordnete Stephan Oetzinger Grußworte an die Gäste.
Im Mittelpunkt des Vormittags stand das Gespräch zwischen Ngozi-Omeje Ezema und Dr. Josef Straßer, Hauptkonservator und stellvertretender Direktor der Neuen Sammlung. Gemeinsam sprachen sie über die Entstehung der Installation, Ezemas Umgang mit dem keramischen Gefäß und die Bedeutung der Arbeit innerhalb der internationalen Gegenwartskeramik.
Installation „Confluence“: Aufbau und Wirkung
„Confluence“ gehört zur Werkreihe „Boundless Vases“. Die Installation besteht aus zahlreichen gebrannten Keramikelementen, die an transparenten Nylonschnüren befestigt sind. Aus der Distanz fügen sie sich zu einer großen, offenen Vasenform zusammen. Zugleich bleibt jedes einzelne Element sichtbar und kann sich leicht im Raum bewegen.
Für Ezema steht diese bewegliche Form für ein Leben in Balance. Die keramischen Fragmente verweisen auf dessen Zerbrechlichkeit. Mit den „Boundless Vases“ führt die Künstlerin die Vase aus ihrer traditionellen Gebrauchsfunktion heraus und entwickelt sie zu einer räumlichen Installation weiter. Der Titel „Confluence“ bedeutet „Zusammenfluss“ und verweist auf das Zusammentreffen unterschiedlicher Erfahrungen, Materialien und kultureller Perspektiven.
Künstlerin in Weiden: Austausch und Eindrücke
Ngozi-Omeje Ezema war bereits einige Tage vor der Präsentation nach Weiden gekommen. Gemeinsam mit ihren Gastgebern erkundete sie die Stadt und die Region. Dabei lernte sie Museen und Keramikorte in der nördlichen Oberpfalz und im angrenzenden Oberfranken kennen. Ihr Aufenthalt verband die Vorstellung des neuen Werks mit einem persönlichen und fachlichen Austausch über die keramische Tradition der Region.
Der Ankauf von „Confluence“ geht auf Herzog Franz von Bayern zurück, der die Arbeit für Die Neue Sammlung – The Design Museum erwarb. Sie gehört damit zur staatlichen Sammlung und wird in deren Weidener Zweigmuseum präsentiert. Die Realisierung des Projekts und die Installation im Internationalen Keramik-Museum wurden durch Sondermittel aus der Fraktionsreserve der CSU-Landtagsfraktion ermöglicht.
Sichtbarer Akzent im Treppenhaus
Mit ihrem Standort im Treppenhaus setzt die offene Vasenform einen weithin sichtbaren Akzent. Sie begegnet den Besucherinnen und Besuchern bereits beim Gang durch das Museum und verbindet die historischen Gefäße der Sammlungen mit einer aktuellen künstlerischen Position aus Nigeria.
Auch nach dem offiziellen Teil blieb die Stimmung locker. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, mit Ngozi-Omeje Ezema über ihre Arbeit und ihren Aufenthalt in der Region zu sprechen. Aus der feierlichen Vorstellung wurde so ein Vormittag, der dem Titel der Installation entsprach: ein Zusammenfluss von Menschen, Erfahrungen und unterschiedlichen Blicken auf Keramik.
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