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Steinhilber
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Live-Ticker zur Stichwahl: Zeitler gewinnt in Weiden, Überraschung in Amberg, Regensburg und Tirschenreuth

Oberpfalz. Die Demokratie wirkt heute ein wenig wie ein Sonntagsspaziergang bei Gegenwind: Man geht schon los – aber nicht alle. Die Wahlbeteiligung liegt deutlich unter dem Niveau des ersten Durchgangs. Und doch entscheidet sich heute in 29 Landkreisen und mehr als 250 Städten und Gemeinden, wer künftig den Ton angibt.

Live-Ticker zur Stichwahl: Zeitler gewinnt in Weiden, Überraschung in Amberg, Regensburg und Tirschenreuth

Trostpflaster für die Oberpfälzer SPD: Thomas Burger holt in Regensburg einen Rückstand von 20 Prozent auf und verteidigt das Alte Rathaus. Foto: SPD Regensburg

🕠 21 Uhr: Jens Meyer sagt gelassen Servus

Ein erstaunlich gefasster Weidener SPD-Amtsinhaber a.D. äußert sich ohne Schwermut gegenüber dem Echo: „Du muss dich auf alles Mögliche einstellen“, sagt Jens Meier. „Im Leben hat ja alles seinen Sinn – ob das ein Zuckerschlecken geworden wäre in dieser Konstellation, sei dahingestellt.“ Thomas Burgers Aufholjagd in Regensburg habe ihn gefreut, ansonsten seien aber auch viele andere Amtsinhaber abgewählt worden: in Hof, Bayreuth, auch in München überraschend: „Allerdings aufgrund vermeidbarer Fehler.“

Heute stehe erstmal die Entscheidung der Wähler im Mittelpunkt: „Dann werde ich mich in den nächsten Tagen sortieren.“ Morgen gehe er wie immer um 8 Uhr ins Büro und werde seine Amtspflichten bis zum Schluss ausfüllen.

Ich glaube die Mehrheitsverhältnisse sind eindeutig, die SPD ist zwar weiter zweitstärkste Fraktion, aber gegen eine so große Mehrheit wird das schon eine Herausforderung.

Jens Meyer
Jens Meyer (SPD) akzeptiert die Stichwahl-Niederlage erhobenen Hauptes. Foto: Martin Stangl

🕠 20.30 Uhr: Burger steht in Regensburg vor schwereren Aufgaben

Die Überraschung ist perfekt – und sie hat einen zweiten Akt. Thomas Burger (SPD) wird neuer Oberbürgermeister der Domstadt. Mit 53,4 Prozent setzt er sich gegen Dr. Astrid Freudenstein (CSU) durch – und dreht damit ein Rennen, das nach dem ersten Wahlgang noch eindeutig schien.

Vor zwei Wochen lag Burger mit 19,1 Prozent weit zurück, gerade einmal 130 Stimmen trennten ihn von Platz drei. Freudenstein führte deutlich. Jetzt ist alles anders. Der Wahlsieg ist klar – die Machtfrage nicht. Denn Burger übernimmt eine Stadt, in der Mehrheiten erst organisiert werden müssen.

Grammer Solar
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Die CSU bleibt stärkste Kraft im Stadtrat, stabile Bündnisse sind nicht in Sicht. Heißt: Burger hat die Wahl gewonnen – aber die politische Arbeit beginnt bei null. Regensburg bekommt einen Oberbürgermeister, der nicht nur führen, sondern vor allem vermitteln muss. Und vielleicht liegt genau darin seine eigentliche Bewährungsprobe.

Astrid Freudenstein bringt ihren klaren Vorsprung bei der Stichwahl in Regensburg nicht über die Ziellinie. Foto: CSU Regensburg

🕠 20 Uhr: Fritz dreht in Amberg das Spiel – und keiner hat’s kommen sehen

Es sind diese Abende, an denen selbst die Wahlhelfer kurz innehalten: Michael Fritz (Freie Wähler) wird neuer Oberbürgermeister – mit 54,6 Prozent gegen den klaren Favoriten Stefan Ott (CSU). Eine Wahl, die man so nicht auf dem Zettel hatte.

Denn im ersten Durchgang lag Ott mit 40,8 Prozent weit vorne, Fritz kam gerade einmal auf 13,8 Prozent. Zwei Wochen später sind die Karten nicht nur neu gemischt – sie scheinen komplett ausgetauscht. Fritz übernimmt früh die Führung, gibt sie nicht mehr her. Ott kämpft, kommt zurück – aber nur kurz.

39,4 Prozent Wahlbeteiligung – das ist weniger Interesse, als diese Entscheidung verdient hätte. Und doch reicht es für einen politischen Umbruch. Wo Otts Stimmen geblieben sind, bleibt offen. Wo Fritz’ Wähler herkamen, auch. Sicher ist nur: „Mut zum Wechsel“ hat gezogen. Vielleicht leise, vielleicht unterschätzt – aber am Ende entscheidend.

Die Amberger OB-Kandidaten mit Stefan Ott (CSU, 3. von links) und Michael Fritz (FW, rechts). Foto: OTV

🕠 19.30 Uhr: Feller siegt deutlich in Schwandorf und widerlegt die eigene Partei

Dieses Ergebnis ist mehr als ein Wahlsieg, es ist eine Ansage: Andreas Feller (BLS) gewinnt die Stichwahl mit 65,8 Prozent gegen Andreas Wopperer (CSU). Klarer kann man Vertrauen nicht ausdrücken – und Misstrauen auch nicht.

Denn Feller war politisch alles andere als unumstritten. Kritik, Pannen, interne Konflikte – und schließlich der Bruch mit der eigenen Partei. Die CSU stellt sich gegen ihn, nominiert Wopperer. Feller gründet kurzerhand seine eigene Liste – und fordert die eigene Partei heraus. Mit Erfolg.

Während die CSU ihr Urteil längst gefällt hatte, entscheiden die Bürger anders. Sie setzen auf Kontinuität statt Neustart – und geben Feller mehr Rückhalt als je zuvor. 65,8 Prozent sind ein politischer Befreiungsschlag. Aber einer mit Einschränkung: Die Wahlbeteiligung bleibt niedrig. Zustimmung ja – Euphorie eher nicht.

Andreas Feller bleibt Oberbürgermeister von Schwandorf. Foto: Bürgerliste Schwandorf

🕠 19 Uhr: Zeitler neuer OB in Weiden, Freier Wähler gewinnt in Amberg

Benjamin Zeitler ist neuer Oberbürgermeister von Weiden. In der Stichwahl setzt sich der CSU-Kandidat mit 65,7 Prozent klar gegen Amtsinhaber Jens Meyer (34,3 Prozent) durch. In Amberg verliert überraschend CSU-Kandidat Stefan Ott gegen den Kandidaten der Freien Wähler, Michael Fritz. In Regensburg holt SPD-Kandidat Thomas Burger einen riesigen Rückstand auf und sichert der SPD das Rathaus gegen CSU-Kandidatin Astrid Freudenstein. Bei der Landratswahl in Tirschenreuth erobert Hubert Schicker das Landratsamt für die Freien Wähler zurück. Er erreicht 51,2 Prozent, Landrat Roland Grillmeier kommt auf 48, 8 Prozent. In Schwandorf verteidigt Andreas Feller (BLS) das Rathaus mit 65,8 Prozent gegen CSU-Herausforderer Andreas Wopperer (34,2 Prozent).

🕠 18:35 Uhr – Zeitler führt klar in Weiden, Spannung in Tirschenreuth

Nach Auszählung von 40 der 46 Wahlbezirke führt CSU-Kandidat Benjamin Zeitler mit knapp 65 Prozent klar vor Amtsinhaber Jens Meyer (SPD, 35 Prozent). Hochspannung bei der Landratswahl in Tirschenreuth: Herausforderer Hubert Schicker führt hauchdünn vor Landrat Roland Grillmeier. Auch in Amberg zeichnet sich eine Überraschung ab: Dort führt der Kandidat der Freien Wähler Michael Fritz vor CSU-Kandidat Stefan Ott.

Einer der ersten Gratulanten ist OB Jens Meyer. Foto: Christine Ascherl

🕠 17:30 Uhr – Der leise Faktor: Wahlbeteiligung

Je niedriger die Beteiligung, desto lauter die Einzelstimme.

Was nach Müdigkeit aussieht, ist in Wahrheit ein Machtfaktor:
Mobilisierung entscheidet heute mehr als Programme. Oder anders gesagt:
Diese Stichwahl gewinnt nicht zwingend der Beliebteste – sondern der, dessen Wähler tatsächlich aufstehen.

Briefwahlunterlagen für OB-Stichwahl in Weiden ab dem 11. März

Briefwahlunterlagen für OB-Stichwahl in Weiden ab dem 11. März

Weiden. Am Sonntag, 22. März 2026, findet die Stichwahl um das Amt des Oberbürgermeisters statt. Briefwahlunterlagen gehen ab Mittwoch, 11. März 2026, in den Versand; neue Anträge sind ab Dienstag, 10. März 2026, möglich.

🕔 17:19 Uhr – Ermittlungen werfen Schatten auf Tirschenreuth

Es ist die vielleicht heikelste Konstellation dieses Wahlsonntags:
Im Landkreis Tirschenreuth muss Amtsinhaber Roland Grillmeier (CSU) in die Verlängerung – gegen Herausforderer Hubert Schicker (Freie Wähler).

Doch über dem Duell liegt ein Schatten: Gegen Schicker wird derzeit wegen Insolvenzverschleppung ermittelt. Die Frage, die heute unausgesprochen in vielen Wahlkabinen mitschwingt:
Trennt der Wähler strikt zwischen Vorwurf und Wahlentscheidung – oder wirkt der Zweifel stärker als jedes Programm?

Ungleich besser ist die Stimmung logischerweise bei der CSU: „Wir richten gerade schon die Aufkleber für die Stichwahl her“, sagt ein strahlender Benjamin Zeitler. Man werde in den nächsten zwei Wochen alles geben, um diese neue Energie und Power in Weiden auch in die Tat umsetzen zu können.

CSU-Kandidat Benjamin Zeitler geht mit deutlichem Vorsprung in die Stichwahl gegen Amtsinhaber Jens Meyer (SPD). Foto: Martin Stangl

🕔 17:11 Uhr – Weiden erlebt sein Déjà-vu

Weiden wählt – und erinnert sich.

Wieder stehen sich Jens Meyer (SPD) und Benjamin Zeitler (CSU) gegenüber. Schon 2020 hieß dieses Duell: Amtsbonus gegen Aufbruch. Damals mit dem besseren Ende für Meyer.

Diesmal sind die Vorzeichen andere:
Zeitler ging mit 42,8 Prozent als klarer Sieger aus dem ersten Wahlgang hervor, Meyer kam nur auf 24,4 Prozent. Die spannende Frage dieses Abends:
Reicht der Vorsprung – oder mobilisiert der Amtsinhaber auf den letzten Metern doch noch die stille Reserve?

🕔 17:01 Uhr – Regensburg ringt um Führung

In der Oberpfälzer Hauptstadt geht es nicht nur um ein Amt, sondern um die Statik der ganzen Stadtpolitik.

Astrid Freudenstein (CSU) führt nach dem ersten Wahlgang mit 37,5 Prozent, Thomas Burger (SPD) folgt mit 19,1 Prozent.

Doch Zahlen allein regieren keine Stadt.
Der neue Stadtrat ist fragmentiert, die CSU zwar stärkste Kraft – aber weit entfernt von klaren Mehrheiten. Heißt:
Wer heute gewinnt, gewinnt nicht automatisch die Macht.
Regensburg steuert auf eine Phase politischer Feinarbeit zu – Koalitionsarithmetik statt klarer Ansagen.