THZ Neustadt/WN: Wie Sport das Leben von Krebserkrankten verbessern kann
THZ Neustadt/WN: Wie Sport das Leben von Krebserkrankten verbessern kann
Professor Dr. Frank Kullmann wirkt einerseits fast etwas resigniert, andererseits aber auch hoch motiviert, wenn er über das Thema „Krebs und Sport“ spricht: „Was Angebote auf diesem Gebiet betrifft, sind große Teile Deutschlands ein schwarzer Fleck.“ Genau das will der Onkologe zusammen mit seiner Kollegin Dr. Lucia Knauer und dem Sportwissenschaftler Aaron Kapornyai vom Therapie- und Heilzentrum (THZ) Neustadt/WN ändern.
„Signifikant höhere Lebenserwartung“
Welche Bedeutung hat Sport für Krebspatient/innen? Der griechische Arzt Hippokrates wusste schon vor 2500 Jahren: „Wenn wir jedem Individuum das richtige Maß an Nahrung und Bewegung zukommen lassen könnten, hätten wir den sichersten Weg zur Gesundung gefunden.“ Wie recht er damit gerade in Bezug auf Krebspatient/innen hatte, wurde in den vergangenen Jahren immer deutlicher. „Erkrankte, die während oder nach der abgeschlossenen Behandlung Sport treiben, haben eine signifikant höhere Lebenserwartung“, sagt Professor Kullmann und verweist auf neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und Daten.
Erkrankte, die während oder nach der abgeschlossenen Behandlung Sport treiben, haben eine signifikant höhere Lebenserwartung.
Professor Dr. Frank Kullmann
Dabei habe sich gezeigt, dass körperliche Aktivität messbar die Nebenwirkungen einer Chemo- oder antihormonellen Therapie reduzieren könne. Außerdem steige die Leistungsfähigkeit und das Selbstbewusstsein werde gestärkt – was die Lebensqualität enorm verbessern könne. „Körperliche Aktivität hat aber auch einen direkten Einfluss auf die Entstehung von Krebs, den Verlauf einer Krebserkrankung und das Rückfallrisiko. Sie leistet somit sowohl in der Primär-, Sekundär- und auch in der Tertiärprävention ihren Beitrag zur Vorbeugung von Krebs.“ Überdies könne Sport die Lebensqualität während der Erkrankung verbessern.
Auf die Patienten zugeschnittene Programme
Professor Kullmann und Dr. Lucia Knauer haben in Sportwissenschaftler und THZ-Geschäftsführer Aaron Kapornyai einen idealen Partner gefunden. Gemeinsam werden sie speziell auf die jeweiligen Patienten zugeschnittene Programme entwickeln und im Therapie- und Heilzentrum in Neustadt/WN umsetzen. Und weil das Thema hochaktuell und vorteilhaft ist, haben auch die OTH und die AOK Weiden ihr Interesse an einer Zusammenarbeit bekundet.
Der Onkologe erklärt, warum Sport so effektiv gegen Krebs wirkt. „Körperliche Aktivität regt fast alle Organsysteme an und beeinflusst auch das Gehirn.“ Das wirke sich auch auf die der Krebsentstehung zugrunde liegenden Faktoren aus. So werde die Durchblutung gefördert und das Immunsystem gestärkt, was wiederum den Krebszellen das Überleben erschwere. „Krebszellen sind in ihrem Wachstum auch auf Glukose angewiesen, die der Körper bei sportlicher Betätigung vermehrt verbraucht.“ Sport bringe den Energiehaushalt auf Touren, helfe, ein gesundes Körpergewicht zu halten, und habe zudem positive Effekte auf die Psyche.
Steckbrief Professor Dr. Frank Kullmann
Der gebürtige Saarländer Professor Dr. Frank Kullmann (64) ist ein versierter Gastroenterologe und Onkologe mit weit über 100 Publikationen in der Fachwelt. Im Rahmen seines Lehrauftrages an der Universität Regensburg hat er sein Wissen über Jahrzehnte an Medizinstudent/innen weitergegeben. In seiner Laufbahn, die einst als Rettungssanitäter begann, war er nur auf sein Fachgebiet fokussiert. So absolvierte er unter anderem einen Fernlehrgang „Betriebswirtschaftslehre im Krankenhaus“ mit Auszeichnung.
Kullmann, verheiratet und Vater von vier Kindern, war von 2007 bis Ende 2024 Chefarzt der Medizinischen Klinik I am Klinikum Nordoberpfalz in Weiden. Weitere berufliche Stationen waren Würzburg, Regensburg und San Diego (USA). Sein Rat ist national und international gefragt. So ist er unter anderem seit 2010 Mitglied der Leitgruppe Pankreaskarzinom der Arbeitsgemeinschaft internistische Onkologie in der Deutschen Krebsgesellschaft (AIO) sowie bis zu seinem Ausscheiden Mitglied des Vorstands im Comprehensive Cancer Center Ostbayern (Regensburg).
Problem Finanzierung
Für das Thema Sport für Krebspatienten während oder nach der abgeschlossenen Behandlung und Sport als Prävention für gesunde Menschen gebe es ganz neue, spannende Erkenntnisse. Er sei froh, dass mit dem Projekt und Angeboten im THZ eine Lücke geschlossen werden könne. „Wir möchten den Leuten erklären, warum sportliche Betätigung so wichtig ist, und sie dazu bringen, Sport in enger Abstimmung mit den Therapeuten in ihre Behandlung einzubinden.“
Das Re-Nova- und THZ-Team kümmert sich um die fachgerechte Betreuung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Aaron Kapornyai, Sportwissenschaftler und Geschäftsführer von THZ
In das Projekt sind das gesamte Re-Nova- und THZ-Team eingebunden, betont Aaron Kapornyai. „Das alles kann nicht so ’nebenbei‘ erledigt werden. Wir sorgen von Beginn an für die Administration und die fachgerechte Betreuung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.“ Professor Kullmann verweist diesbezüglich auf ein grundsätzliches Problem: die Finanzierung solcher Projekte. „Eine Chemotherapie kostet je Patientin oder Patient bis zu einer halben Million Euro. Dagegen werden solch sinnvolle, alternative Programme kaum oder gar nicht gefördert.“ Hier hofft man auf die Kooperation mit OTH und AOK, und will weitere kommunale Fördermöglichkeiten prüfen.
Weitere Informationen unter: https://thz-new.de/
Moderates, angepasstes Trainingsprogramm
Kullmann und Kapornyai entwickeln für die Patient/innen ein moderates, an die individuellen Möglichkeiten angepasstes Trainingsprogramm. Als besonders vorteilhaft hat sich ein kombiniertes Kraft- und Ausdauertraining erwiesen, mit zusätzlichen Elementen zur Schulung von Flexibilität und Koordination. An das Krafttraining muss sich eine Phase der Regeneration und Erholung anschließen. So rät die Deutsche Krebshilfe zu einem Bewegungspensum von dreimal die Woche jeweils 60 Minuten. Alternativ kann man auch fünf- bis sechsmal 15 bis 30 Minuten trainieren.

Therapie & Training im THZ Neustadt mit Re-Nova – für ein neues Gleichgewicht
[Advertorial] Neustadt/WN. Gesundheit bedeutet mehr als Beschwerdefreiheit. Sie bedeutet Stabilität, Beweglichkeit und Leistungsfähigkeit – im Alltag wie im Sport. Genau diesen ganzheitlichen Anspruch verfolgen das Therapie- und Heilzentrum (THZ) NEW und das angeschlossene Premium-Fitnessstudio Re-Nova.




