Umdenken bei Tennet: Kompaktmasten beim Ostbayernring?

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Neustadt/WN. Es sind Themen, die im Moment ständig heiß diskutiert werden: Ostbayernring und Süd-Ost-Link. Während man sich bei der Stromtrasse SüdOst-Link im Grunde schon auf Erdverkabelung geeinigt hat, war beim Ostbayernring meist von Gittermasten die Rede. Jetzt gab TenneT aber bekannt, dass auch andere Lösungen in Frage kämen. 

Von Udo Fürst

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Eine neue Variante für den Ostbayernring sind Kompaktmasten, die wegen ihres geringeren Flächenbedarfs weniger einschneidend für Umwelt und Landwirtschaft sind. Foto: Tennet

Diese Idee begrüßt auch MdB Albert Rupprecht (CSU) und er fragt Tennet: „Welche Mastformen sind für den Ausbau des Ostbayernrings vorgesehen? Kommt ein Kompaktmast, der im Vergleich zu den üblichen Stahlgitter-Standartmasten kleiner ist, hierfür in Frage?“

Diese Frage wurde laut einer Pressemitteilung von Rupprechts Büro von Vertretern der CSU-Arbeitsgruppe für Landwirtschaft an ihn herangetragen. „Ich habe diese Fragestellung an Tennet weitergeleitet, mit der Bitte um eine vergleichende Bewertung von Kompaktmasten gegenüber den herkömmlichen Standardmasten.“

Tennet habe ihm jetzt in einem Schreiben bestätigt, dass Kompaktmasten bereits als mögliche alternative Mastbauform in das Planfeststellungsverfahren aufgenommen worden seien. Aktuell erstelle Tennet die genauen technischen Anforderungen für diese Mastbauform. Hersteller von Kompaktmasten müssten anschließend auf dieser Basis nachweisen, dass sie die genannten Bedingungen erfüllen können und zudem regulatorisch von der Bundesnetzagentur anerkannt werden.

Weiterhin, so schreibt Tennet, stünden sie mit den Genehmigungsbehörden in Kontakt, um alle Aspekte der geeigneten Masttypenauswahl für den Ostbayernring im weiteren Planfeststellungsverfahren darstellen zu können. „Ich freue mich, dass im Planungsprozess von Tennet die Kompaktmasten bereits als Alternative zu den Standardmasten berücksichtigt werden und werde mich auch zukünftig für die Prüfung aller möglichen Mastbauformen für den Ostbayernring einsetzen.“ Kompaktmasten könnten aufgrund ihres geringeren Flächenbedarfs weniger einschneidend für Umwelt und Landwirtschaft sein und seien deswegen eine gute Alternative zu den sonst verwendeten Stahlgittermasten.

„Keine Erdverkabelung – keine Gittermasten!“

Rupprechts Idee ist wohl auch dem Protest der Landwirte und Waldbesitzer geschuldet. Diese lehnen sowohl eine Erdverkabelung, wie sie bei der SüdOstLink-Trasse geplant ist, als auch die 35 Meter breiten Gittermasten ab. Die nur 16 Meter breiten Kompaktmasten schafften mehr Raum zur Bewirtschaftung von Feldern und verhindere größere Schneisen in Wäldern. Die Landwirte schließen sich dazu mit dem „Bundesverband Kompaktleitungen“ kurz. Mitglieder dieser Lobby sind ein Dutzend Unternehmen aus Bau- und Energiewirtschaft sowie wissenschaftliche Institute.

Mittlerweile hat scheinbar auch bei Tennet ein Umdenken stattgefunden und sichert Rupprecht zu, diese Möglichkeit zu prüfen. Bis vor kurzem hielt man dort nicht viel von Kompaktmasten. Sprecher Markus Lieberknecht verwies noch Anfang Juni auf DIN-Normen in Deutschland, die eine Zulassung von Kompaktmasten verhindern. „Wir sind darüber im Gespräch, aber aktuell spielen sie für den Ostbayernring keine Rolle.“

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